Klaus Wührer VORSICHT SWITCHING: STÖRFELD NABEL

Switching ist ein altbekanntes Problem in der Praxis – für viele leider nur Theorie. An Switching ist immer dann zu denken, wenn sich trotz Therapie lege artis keine Verbesserung einstellt.

Deshalb möchte ich kurz einen Fall vorstellen, der die Switching-Thematik nochmals verdeutlicht:

ANAMNESE: Der Patient L.J., m., 29 J , bat im September 2003 im Zuge einer physiotherapeutischen Therapie den Osteopathen, „kurz mal auf seine linke Leiste zu schauen“, da diese beim Laufen etwas schmerzte. Der Osteopath mobilisierte das Sigmoid des Patienten und der Leistenschmerz war weg. ABER: am nächsten Tag kam der Patient fast nicht aus dem Bett, da er massive Schmerzen im Unterbauch bds mit ausstrahlenden Schmerzen in beide Leisten hatte. Diese Schmerzen, die der Patient auch beim Gehen verspürte, waren auch vom Internisten mit Labor bzw. Darmspiegelung nicht zu erklären.

16.01.04 ERSTUNTERSUCHUNG: Mit diesen Dauerschmerzen im Unterbauch und in den Leisten stellte sich der Patient bei mir vor:

Der Patient hatte keine Allergien, Panorama-Aufnahme zeigte keine verdächtigen Zähne, einzige Narbe war ein Verriegelungsnagelung am linken Unterschenkel nach Tibiafraktur 2002, keine Vorerkrankungen oder sonstige Beschwerden.

U: Generelle Schwäche, Situp war für den Patienten durch den Unterbauch- und Leistenschmerz nicht möglich. Normoton und deutliche Schmerzreduktion mit Histamin D6, ebenso auf Calciumcitrat und Gb
43 re, Gb 41 re, Le 3 re, Di 3 li.

Nach der Akupunktur war der Schmerz sofort um ca 50 % reduziert und der Patient konnte wieder einen Situp machen, der Schmerz war erträglich.

Erstdiagnose: Histamin-Intoleranz.

Therapie: Akupunktur s.o., Calciumcitrat Pulver 2×1000 mg/Tag, Histaminarme Diät.

06.02.04 NACHUNTERSUCHUNG: Patient berichtete von einer Erstverschlechterung für ca. 2 Tage, die mich als Nicht-Homöopath sehr stört, v.a. da sich die Schmerzen wieder auf das alte Maß einpendelten.
Diese „Erstverschlechterung“ und die Sigmoid-Behandlung waren „Paradoxe Reaktionen“ (kurzfristige Verbesserung gefolgt von deutlicher Verschlechterung über Tage) wie man sie in der Neuraltherapie beschreibt und ein deutlicher Hinweis auf ein Störfeld bzw. Switching.

Deshalb alle Switching-Antennen auf Empfang!

bds, U: w Rectus wobei der Unterbauchschmerz durch den Test provoziert wurde. Die schrägen und geraden Bauchmuskeln waren schmerzbedingt nicht zu testen. Alle anderen Muskeln waren normoton. Situp war schmerzbedingt nicht möglich.
Ich testete mit normotonem Piriformis alle Switching Punkte vom Nabel bis hin zu Ni 27 bds cross, aber der Piriformis blieb normoton.

Also doch kein Switching?

Die Klinik des Patienten deutete aber klar auf Switching hin.

Dann testete ich bei dem Rechtshänder Nabel + Dü3v re und der Piriformis wurde schwach, ebenso bei Nabel + Lu7v li. Switching gefunden!!! Dü 3v re bzw. Lu 7v li bzw. Nabel alleine zeigten jeweils keine
Reaktion. Erst mit Hilfe der Kardinalpunkte Dü 3v an der dominanten Hand für das Lenkergefäß und Lu 7v an der nichtdominanten Hand für das Konzeptionsgefäß stabilisierte sich das Akupunktursystem so, dass
man den Nabel als Störfeld finden konnte.

Der Nabel musste als Narbe das Störfeld sein, das gleichzeitig bei TL ein Switching auslöst. Sonst wäre ja die alleinige TL bzw. Challange zum Nabel positiv gewesen.
Die Schwäche TL Nabel + Dü 3v re konnte mit Lidocain 1% aufgehoben werden.

Zweitdiagnose: Störfeldbedingtes Switching über die Narbe Nabel.

Therapie: Neuraltherapie zum Nabel mit Lidocain 1%

Sofort nach der Neuraltherapie zum Nabel war der Situp schmerzfrei möglich, alle Muskeln normoton und schmerzfrei, auch die geraden und schrägen Bauchmuskeln. Sekundenphänomen! Der Schmerz trat bis dato nicht mehr auf.

INTERPRETATION: Durch die osteopatische Therapie im September 2003 wurde das StörfeldNabel aktiviert, und störte massiv die Bauchmuskulatur, deren Ansätze an der Symphyse extrem schmerzhaft reagierten.

Die ungewollten Verschlechterungen, d.h. die „Paradoxen Reaktionen“ waren sehr deutliche Hinweise auf ein Switching. Und man sieht, die Suche nach der Ursache des Switching loht sich!!! Also Antennen hoch.

EMPFOHLENE LITERATUR

Burtscher E, Eppler-Tschiedel M, Gerz W, Suntinger A (2001) AK-Meridiantherapie – AKMT, AKSE Verlag, Wörthsee
Burtscher E (2003) Die TL ist nicht alles, MJAK 17. Ausgabe
Gerz W. (1999) Switching, Stress, Muskulärer Hypertonus, 3E und KS, LG und
KG, AKSE Verlag Wörthsee
Gerz W (2001) Lehrbuch der Applied Kinesiology, 2. Auflage, AKSE Verlag,
Wörthsee
Meierhöfer R (2003) Der Nabel – ein übersehenes Störfeld? MJAK 18. Ausgabe

Klaus Wührer • Heilpraktiker
Waldhauser Feld 10, 84359 Simbach am Inn
Tel. 08571-922040, Fax: 08571-922041

Rainer Wittmann FALLVORSTELLUNGEN ZUR AK IN DER PHYSIOTHERAPIE

Mit folgenden Patientenbeispielen aus meiner physiotherapeutischen Praxis möchte ich die Kombination zwischen einzelnen Therapierichtungen und Therapeuten (Physiotherapie und Zahnmedizin) berichten. Ohne interdisziplinäres Denken und ohne AK wäre mir eine Lösung dieser Fälle sehr schwer gefallen. Auf diese Weise kann man sehr zufriedenstellend für den Patienten und für sich selber arbeiten – und eine hohe Anerkennung beim verordnenden Arzt erreichen (was den Standpunkt der Physiotherapeuten stärkt).

I: ORTHOPÄDIE UND ZAHNSTÖRFELD

Z.U.; m, 62 J, A: Endgradige Schmerzen rechte Schulter mit schmerzhaftem Bogen zwischen 60° – 120° seit mehreren Wochen.

U: Schulter rechts
w: Delta, Biceps longus + brevis;
w + schmerzhaft: Serratus, Infraspinatus, Supraspinatus
h: Subscapularis
w: SCM re
s: Oberer Trapezius bds, Scaleni bds Behandlung mit Muskeltechniken (Trigger, Fascien- und Golgi-Sehnen-Technik), danach alle
Befunde aufgehoben, keine Schmerzen mehr.

Behandlung 4 Tage später

A: Therapieerfolg nur kurz erneut Muskeltechniken und manualtherapeutisch HWS, BWS und CTÜ behandelt; danach volle Bewegung schmerzfrei möglich, alle Muskeln n.

Behandlung 3 Tage später

A: Therapierfolg erneut nur kurz suche nach Herden/Störfeldern.
Im rechten oberen Quadranten vierter Zahn noch mit einer Amalgamfüllung belegt.
TL zum Zahn hebt alle Befunde auf Sanierung empfohlen.

4. Behandlung zwei Wochen später

A: Nach Amalgamentfernung persistieren die Schulterbefunde erneut.
Muskeltechniken wie in erster Behandlung – danach schmerzfrei, voll
beweglich und dauerhafter Therapieerfolg.
Beschwerdefreiheit jetzt 8 Monate!

II: HISTAMIN

E.M.; m, 38 J, A: Kopfschmerz seit Jahrzehnten!

w: Iliopsoas bds, PMS bds
h: Delta bds, Popliteus bds Lösung aller Fixationen subjektives
Beschwerdebild besser

2. Behandlung 4 Wochen später

A: Kopfschmerz besser, aber Rezidive vorhanden
U: HMK (Histamin-Mini-KUF), Copper pic., Vit.B6 (P-5-P) heben negative Muskelbefunde auf. Empfehlung: Histaminreiche Nahrungsmittel meiden, Kupfer und P-5-P substituieren.
Es war keine weitere Behandlung mehr notwendig (nach Käseverzehr aus Unachtsamkeit einmalige Kopfschmerzen!).

III: NARBENSTÖRFELD

B.V., w, 26 J, A: Schulterschmerzen links bei Z.n. Arthroskopie; Schulter
nicht belastbar und schmerzhaft in Ruhe und Bewegung – weiter keine
Angaben in Bezug auf Narben/Operationen.

U: Schulter links keine schwache Muskulatur findbar V.a. Switching –
Acupatch Dü 3v re, nochmalige Herdsuche Patientin erzählt, sie
habe vor ca. 1,5 Jahren eine Brustverkleinerungsoperation durchführen
lassen. Auf mein Nachfragen sagt sie, die Schulterbeschwerden bestünden etwa genauso lange. Test APM-Creme alle Muskeln normoton und nicht schmerzhaft keine weitere Behandlung durchgeführt! Empfehlung: Narbenbehandlung!

Beobachtungszeitraum: ca 4 Monate schmerz- und bewegungsfrei!

Rainer Wittmann • Physiotherapeut
Zum Tannengrund 2, 82125 Haunsstetten
Fax: 09174-2999, wittmann-pt@gmx.de

Margit Riedl-Hohenberger und Dietmar Hohenberger BACHBLÜTEN/BACHBLÜTENMISCHUNGEN UND AK – „TIROLER – ART“

Seit etlichen Jahren beschäftigen wir uns mit Bachblüten und behandeln hauptsächlich mit Blütenkomplexen.

Wir testen folgende Blütenkomplexe nach „van Asche“:

Nr.12,6,20,25,26Angst, Befürchtungen
Nr.25,12,13,17,28,36Unsicherheit,Verunsicherungsgefühl
Nr.37,9,16,21,23,35,37zu wenig Gegenwartsbewußtsein
Nr.414,18,34man isoliert sich, Einsamkeit
Nr.51,4,15,33überempfindlich gegenüber Einflüssen
Nr.610,11,19,22,24,29,38Mutlosigkeit, Verzweiflung, Grenzgefühl
Nr.6A10,11,19,22,24,29,30,38Mutlosigkeit, Verzweiflung
Nr.73,8,27,30,31,32Man will zuvie
Nr.7A3,8,27,31,32Übertriebene Sorge um d. Wohl anderer

Zusätzlich testen wir immer auch die Elementkomplexe gemäß den Fünf Elementen

Elfi Oswald hat, wie Ihr sicher im MJAK Nr…. vom…. gelesen habt, den einzelnen Elementen (Feuer, Erde, Metall, Wasser, Holz) die ihrer Meinung nach passenden Blüten zugeordnet. Es war von ihr nie beabsichtigt, von diesen Blüten Komplexe herzustellen

Wir haben jedoch je Element Blütenkomplexe hergestellt und bei Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerdebildern dann mit AK getestet und gegeben und das mit großem Erfolg!

Für alle Blütenkomplexe (je Einzelblüte 3 Tropfen), die wir selbst mischen,verwenden wir immer rechtsdrehendes Wasser aus einer „Marien-Heilquelle“ und 30%igem Alkohol.

Bei Kindern und Menschen, die keinen Alkohol vertragen, stellen wir die Komplexe ohne Alkohol her.

Unser Zugang ist folgender: Wir denken, dass Bachblüten – unabhängig vom somatischen Krankheitsbild – immer als zusätzliche Möglichkeit gegeben werden können, um dem Körper eine Hilfestellung anzubieten. Bei den doch vielen Menschen mit teilweise gravierenden körperlichen und/oder psychischen Problemen hat sich immer gezeigt, dass Bachblüten alleine oder gemeinsam mit schulmedizinischen oder ganzheitlichenTherapieansätzen wunderbar helfen.

Vorgehensweise:

Zuerst testen wir mehrere Muskeln (Bein–Arm–Schulter)
Egal ob schwach oder hyperton (bei normotonen Muskeln suchen wir
über TL- ENV einen schwachen Muskel), suchen wir jenen Komplex, der
einen NC macht.
Wir finden immer nur einen „Elementkomplex“ und einen Komplex nach
„van Asche“.

Als ideal hat sich das Auflegen des Fläschchens auf den Nabel bzw. auf den Bereich Schilddrüse herauskristallisiert.

Falls der NC nicht „lupenrein“ ist, was ganz selten vorkommt, testen wir dann die einzelnen Blüten der Komplexe nach, und manchmal fällt dann die eine oder andere Einzelblüte heraus. Meine Frau testet die einzelnen Blüten immer nach, mit dem selben Ergebnis.
Beide Blütenkomplexe werden dann gegeben, wenn sie sowohl einzeln als auch gemeinsam NC ergeben.

Die Dosierung ist dann 4 x 4 Tropfen tgl. (Früh, Mittag, Abend und unmittelbar vor dem Schlafengehen)

Zum Testen tragen wir immer dünne Zahnarzthandschuhe, um sicherzustellen, dass wir emotional „draussen“ sind.

In einigen wenigen Fällen, wenn wir mal keine Handschuhe benutzt haben, und selber nicht gut drauf waren, hat sich gezeigt, dass mit Handschuhen der AK-Test ein anderes Ergebnis gebracht hat.

Einige Fallbeispiele

I. R.M. m, 38 J, A: schulmedizinisch, internistisch abgeklärt, vollkommen
gesund, rezidivierende Herzrhytmusstörungen seit vielen Jahren und
seit Wochen abends im Bett, Herzrasen, Todesangst, Schlaflosigkeit.
U: GHT (kein Switching )

SC: TL ENV , TL Herz, DTL ENV/Herz
NC: 1 Elementkomplex und 1 Komplex nach van Asche.
Nach Gabe der NC- getesteten Komplexe noch am selben Abend völlig
beschwerdefrei.
Nach ca. 14 Tagen hat er dann bewußt einen Tag ausgesetzt und hatte
dann abends wieder die „alten“ Beschwerden.
Nach Einnahme der Tropfen, war nach ca. 1/4 Stunde wieder alles OK.
Insgesamt waren drei Behandlungen notwendig, wobei jedesmal andere Komplexe NC- getestet haben. Seither völlige Beschwerdefreiheit.

II. A. B., m, ca 30 J, A: vor einem 3/4 Jahr Transplantation der linken
Niere, plötzlich periphere Facialisparese links mit starkem Speichelfluß.
U: GHT
SC: TL zur linken Gesichtshälfte
NC: Sclerantus (intuitiv getestet)
Bei der ersten Kontrolle nach einer Woche eine deutliche Verbesserung
sichtbar. Nach vierzehn Tagen – Auge nahezu OK, beim Sprechen geht
der linke Mundwinkel noch leicht nach unten. Kein Speichelfluß mehr.
Nimmt weiterhin die Tropfen.

Auf Anraten von Elfi Oswald werden wir jetzt die einzelnen Blüten, die dem Wasserelement (Niere) zugeordnet sind, noch einzeln dazutesten und sehen, ob der Körper noch zusätzlich unterstützt werden kann.

III. Trauerarbeit

Bei Trauerarbeit haben wir ausnahmslos nur beste Erfahrungen gemacht. Bereits nach drei Wochen waren die Menschen imstande wieder Glücksgefühle zu haben.
Die Gabe der regelmäßig nachgetesteten Blüten- u. Elementkomplexe
erfolgt meistens für die Dauer von 3 bis 5 Monaten.

IV. C.D., w, 83 J, A: Seit vielen Jahren schwerhörig, seit 10 Jahren Schwindel. Fühlt sich jetzt so unsicher, dass sie ausser Haus nur mit Stock gehen kann. Nach AK-Test und Gabe von Sclerantus ist sie jetzt in der Lage, problemlos ohne Stock zu gehen.
Auch in diesem Fall (man darf ja immer wieder dazulernen) werden wir
die Blüten aus dem Wasserelement („die Niere öffnet sich im Ohr“) einzeln dazutesten.

V. Mobbing

Bei Mobbing, wo Menschen unter extremem psychischen Druck stehen, (teilweise suicidgefährdet) haben wir ähnliche Erfahrungen wie bei Trauerarbeit.

Den Menschen geht es sofort besser, sie können mit dem Druck lockerer umgehen, sind im Kopf frei (zur Verwunderung derer, die mobben), das Selbstbewußtsein ist wieder da.

Unsere Antwort, wenn wir gefragt werden, wie diese Tropfen denn wirken, ist immer: „Ich kann ihnen ihr Problem nicht nehmen, aber die Tropfen helfen ihnen, besser damit umzugehen zu können.“

Wir haben noch einige Patienten mit stressbedingten Herzrhytmusstörungen, Schmerzen im Brustbereich, Schlaflosigkeit und Depressionen behandelt.

In allen Fällen trat die Besserung bereits am selben Tag ein und spätestens nach zwei bis drei Tagen waren die Beschwerden verschwunden.

Wir haben ebenfalls ausgezeichnete Erfolge bei Lernstörungen.

Lernstörungen

Nr.8
5,19,20,30,31,35,38Finden des richtigen Maßes, Lernstress, Schüchternheit,Unsicherheit, Selbstzweifel

Wir haben sowohl Kinder als auch Studenten behandelt und nur positive Rückmeldungen erhalten.
Die Kinder konnten sich viel besser konzentrieren und die Veränderung ist auch den Lehrern sofort aufgefallen.

Wir sind der Überzeugung, dass Bachblüten in keiner AK- Praxis fehlen sollten, und empfehlen Euch, es einfach zu probieren. Nahezu kein Patient verläßt die Praxis meiner Frau ohne Bachblüten.

Das Wichtigste jedoch ist eine blitzsaubere AK- Testung.

Noch ein Wort zu Switching:

Wir überprüfen bei jedem Patienten immer auf Switching.

Interessant im Zusammenhang mit Bachblüten ist, dass wir mehrfach folgendes überprüft haben: Der Patient switcht, wir suchen die Tropfen, die NC testen. Alle Muskeln müssen normoton sein, Switching muß aufgehoben sein.
Dann heben wir Switching auf (z.B. URS), alle Muskeln normoton, und suchen gegen die Schwäche (z.B. TL- ENV) wieder die Tropfen, die NC testen.
Es hat sich gezeigt, dass jeweils dieselben Blütenkomplexe NC getestet haben.

Da Bachblüten Zugänge eröffnen, die sonst verschlossen bleiben, möchten wir Ärzte und Therapeuten ermutigen, es einfach mal zu versuchen, und wünschen Euch ebensoviel Freude und Erfolg, wir immer wieder haben.

DDr. Margit Riedl-Hohenberger • Zahnärztin
Dietmar Hohenberger • begeisterter AK Schüler
Michael-Gaismair-Str. 12, A- 6020 Innsbruck, riedl.hohenberger@aon.at

Carmen Kannengießer TINNITUS – EINE HERAUSFORDERUNG AUCH FÜR GANZHEITLICH TÄTIGE ZAHNÄRZTE

Prof. Harold Gelb aus New York, als Zahnarzt mit seiner Schienentherapie ein erfahrener Tinnitus- Behandler, definiert Tinnitus als „das geistige Erlebnis eines Geräusches, das seinen Ursprung im Kopf des Betroffenen hat.“

Jeder Mensch hört im Laufe seines Lebens einmal Geräusche, die nicht aus der Außenwelt stammen. Das kann auftreten in Stress-Situationen, während des Schluckens, dem Gähnen, dem Zähnezusammenpressen, aber auch nach starken Lärmeinflüssen. Der echte Tinnitus-Patient leidet aber an einem ständigen Klingeln, Pfeifen oder Summen, das den
Betroffenen in schlimmen Fällen fast wahnsinnig werden lässt.

Tinnitus kann allein auftreten, ist aber auch ein Symptom von einigen Ohrenerkrankungen wie Otitis externa, chronischer Otitis media, Otosclerosis und Morbus Meniere.

EPIDEMIOLOGIE

Zur Verbreitung des Tinnitus gibt es verschiedene Angaben. Nach Bubenzer (1999) klagen ca. 17 – 19% der Bevölkerung über Tinnitus, von denen ein Viertel medizinischen Behandlungsbedarf hat. Bei 2% liegt eine extrem schwere Behinderung vor, so dass eine erhöhte Suizidalität vorliegt, da die Erkrankung von schweren Depressionen begleitet wird.

Eine Umfrage bei über 6000 Bürgern in vier britischen Städten ergab ebenfalls eine Tinnitus-Quote von 17%, wobei schwerste Formen mit 0,5 – 2,8% angegeben wurden. Nach einer Umfrage des Nationalen Gesundheitsinstitutes leiden in den USA 4% der Bevölkerung an schwerem Tinnitus.

VIELFÄLTIGE URSACHEN

Trotz intensiver Forschungen gibt es bis heute keine einheitliche ätiologische Theorie von Tinnitus. Er kann die Folge von Störungen der Makro- und Mikrozirkulation sein. Auch Herde im Kopfbereich ( Zähne, Tonsillen, Ohr, NNH), toxische oder allergische Belastungen werden diskutiert. Ebenso können frequentielle Störungen wie Radar, Mikrowelle u. a. sowie lokale Pathologien einen Einfluss haben.

Stress jeglicherGenese scheint Tinnitus auslösen zu können oder aber bereits vorhandene Ohrgeräusche verschlimmern. Möglicherweise können Ernährungsfehler, wie der Verzehr von zuviel Eiweiß und Fett und die unzureichende Zufuhr von Wasser die Zirkulation verändern und zu Störungen führen. Auch aus Sicht der chinesischen Medizin nimmt die Ernährung keineunbedeutendeRollebeider Tinnitusätiologieein.Entsprechend ist die Herangehensweise der chinesischen Medizin: Dünndarm-, Gallenblasen- und Dickdarmmeridian spielen neben dem 3E eine wesentliche Rolle bei der Therapie von Tinnitus. Der große Anteil der Psychosomatik an der Tinnitus- Entstehung und v. a.- Verarbeitung wird in diesem Artikel bewusst nicht angesprochen, hierzu sei aber auf die exzellenten Ansätze von Nelting, Hesse und Schaaf (1998) verwiesen.

RÄUMLICHE NÄHE DES TMJ

Eine ätiologische Bedeutung haben auch Störungen aus dem stomatognathen bzw. craniosacralen System, besonders im Bereich des Kiefergelenks (TMJ) als gelenkige Verbindung der Mandibula mit dem Os temporale. Das TMJ scheint auf Grund seiner anatomischen und topographischen Gegebenheiten an vielen Symptomen und Krankheiten beteiligt zu sein, so möglicherweise auch an der Entstehung von Tinnitus.
Die Bedeutung des Kiefergelenks erkennt man beispielsweise an der überproportionalen sensorischen Repräsentation im Gehirn, an der kraftvollen am TMJ ansetzenden Kaumuskulatur sowie an seiner Bedeutung für Haltung, Koordination und neurologische Organisation u. a. m.. Die Stellung und Mobilität des Sphenoids ist abhängig von den Mm. Pterygoidei, die des Os temporale, Os parietale und Os zygomaticum von den äußeren Kaumuskeln. Der N. trigeminus hat als einziger Nerv Verschaltungen zu allen anderen Hirnnerven, so dass eine Störung in seinem Bereich Auswirkungen auf alle anderen Hirnnervenfunktionen haben kann. Die IKP, also der Zusammenschluß von OK-und UK-Zähnen im maximalen Vielpunktkontakt, entscheidet letztendlich über die Stellung der Mandibula in der Fossa. Das Kiefergelenk hat nach dorsal einen engen Kontakt zum äußeren Gehörgang. Kommt es also durch Verlagerung des Gelenkköpfchens zu einer Kompression in Richtung des äußeren Gehörganges, so könnte dies zu Tinnitus führen.

Weiterhin könnte es durch Probleme am Lig. sphenomandibulare zu Hörstörungen und Tinnitus kommen, da es im Verlauf von der Sphenoidspitze zur inneren Oberfläche der Mandibula einige Fasern abgibt, die bis zum Mittelohr reichen und am Malleolus anheften. Die Funktion von Mandibula und Hyoid ist über die ansetzende Muskulatur und Mechanorezeptoren direkt mit der gesamten Haltung (Kopf, HWS, BWS, LWS,
SIG…) verbunden.

CMD UND TINNITUS?

Besteht eine morphologisch-funktionelle Harmonie zwischen den einzelnen Strukturen des stomatognathen Systems, dann kann man von einem gesunden physiologischen Zustand ausgehen. Ist diese Harmonie an irgendeiner Stelle gestört, dann liegen Funktionsstörungen vor, die man heute als craniomanibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Patienten mit CMD können Tinnitus als Hauptsymptom oder als ein Symptom neben vielen anderen wie Kopf-, Rücken- undGenickschmerzen zeigen. Schwindelgefühl, Otalgie, vermindertes Hörvermögen, „dumpfe Wahrnehmungen“ in den Ohren, verzerrtes Sehen oder Doppelbilder und gleichzeitige Geräusche beim Kauen sowie Öffnen und Schließen des Mundes sind möglich.

Ältere und jüngere Studien belegen, dass Tinnitus bei ca. 40% der Patienten mit CMD als Symptom auftritt.1983 wurden in Zahnkliniken Nordamerikas 1142 Patienten untersucht (Gelb, 1985). Man stellte fest, dass mit 73,6% die Frauen im Vergleich zu den Männern mit 26,4 % fast dreimal so häufig betroffen waren. Bei der Untersuchung des sto-matognathen Systems waren folgende Muskelgruppen am häufigsten spastisch verändert: Pterygoideus medialis (82 %), Pterygoideus lateralis (73,6 %), also die Muskeln, die einerseits die direkte Verbindung des TMJ zur Schädelbasis und damit zur Sphenobasilären Synchondrose (SBS) darstellen und andererseits die Bewegung des Kiefergelenkes an sich steuern. Danach folgen der Masseter (80,9%), SCM (50,8 %), Temporalis, Nackenmuskeln u. a..

Bei den „Ohrsymptomen“ dominierte der Tinnitus mit 41,5 %, Hörverlust trat nur in 15,4 % auf. Schmerzen im Bereich des TMJ traten bei der Hälfte der Patienten auf, Knacken bei ca. einem Drittel. Bruxer waren 27,5%, bei 55 % gab es Kopfschmerzen, bei 13,7 % Gesichtsschmerzen, bei 20% auch Schwindel.

DIAGNOSE- UND THERAPIEMÖGLICHKEITEN IN DER NATURHEILPRAXIS UND MIT AK

Nach ausführlicher Anamnese (Hinweise auf Stress, Diätfehler, Kiefergelenksprobleme, Fließfähigkeit des Blutes, Lymphstau u. a. m.), HNO- und internistischer Diagnostik wird mit Hilfe der AK geprüft, ob es Hinweise auf Herde, toxische oder allergische Belastungen gibt. Die AK-Untersuchung beschäftigt sich auch mit dem Ausschluss von Auswirkungen frequentieller Störungen. Weiterhin wird mit AK nach mechanischen Störungen von Seiten der HWS, der Zähne, des Kiefergelenkes sowie des gesamten Craniosacralen Systems gefahndet (Gerz, 2001). Hierbei werden die Grundthesen des Konzeptes von Prof. Gelb (1991) berücksichtigt, nämlich „Think orthopedic first, then dental!“

Das bedeutet, dass von orthopädischen Idealverhältnissen- und proportionen ausgegangen wird. Es wird versucht, diese für Gesicht, Schädel, Mandibula und Kiefergelenk (wieder) herzustellen, um letztendlich auch funktionell wieder eine Harmonie zu erreichen. Dazu wird die Mandibula zunächst probatorisch in eine orthopädische Optimalposition gebracht und danach untersucht, was sich dadurch an Symptomen ändern lässt, vom Kopf bis zu den Füßen! Im positiven Fall wird gemäß dem Konstruktionsbiss eine spezielle Schiene hergestellt, eine sogenannte COPA= Craniomandibulär- orthopädische Positionierungsapparatur!

Die Nackenflexoren sind durch chronische Probleme im Nasennebenhöhlenbereich, der oberen HWS und eben bei CMD häufig so schwach, dass der Kopf kaum in der Testposition gehalten werden kann. Durch COPA-Therapie, physiotherapeutische und kausale naturheilkundliche Behandlungen soll die normale Funktion der Nackenflexoren wiederhergestellt werden.

Bildquelle: Baier-Wolf U, Kienle K. Craniale Osteopathie und Applied Kinesiology.
AKSE Verlag, Wörthsee, 2003

AN ZWEI PATIENTENBEISPIELEN SEI DAS GEZEIGT:

1. R. K., w, 26 J, Zahnarzthelferin

A: Ohrgeräusche täglich als Piepen und Pfeifen seit sechs Monaten- Beschwerden waren immer stärker bei viel Stress und wenig Schlaf, seit zwei Jahren Schmerzen in beiden Schultern bei längerem Sitzen und Autofahren.

U: Inspektion: Auge und Augenbraue li. etwas höher als re, Mundwinkel und
Lippenhälfte li etwas kleiner als re
Groborthopädische Untersuchung: Vorlaufphänomen li +, Spine-Test li +

AK-Test: n: Rectus re., w: Rectus li, Iliopsoas bds, Nackenflexoren als
Gruppe, SCM re
W: fester Biss und Laterotrusion des UK nach re
NC: Konstruktionsbiß für COPA , Zink aktiv forte, Vit.B6,
Magnesium citrate

Mit Bissnahme im Mund auch Vorlaufphänomen und + Spine-Test li aufgehoben!

Therapie

  1. Sofortige Gabe der normoton getesteten orthomolekularen Substanzen
    (Zn und Mg – gehen bei Stress viel verloren!)
  2. Anfertigung einer COPA
  3. Physiotherapeutische Begleittherapie
  4. Modifizierte Übungen nach Rocabado zur häuslichen Unterstützung

Verlauf

• COPA am 20.11.03 eingesetzt nach nochmaliger Überprüfung mit AK
• Nach einer Woche Tragen der Schiene: Beschwerden nur noch alle 2 Tage
• Nach zwei Wochen Tragedauer: Beschwerden nur noch 2-3 mal/Woche
• 3 Wochen später: Beschwerden nur noch 1 mal /Woche
• Seit Ende Dezember 03: völlig beschwerdefrei

Die COPA wurde ständig nachts und bei der Hausarbeit getragen, sowie bei längeren Autofahrten.

2. S.S., w, 38 J, Beamtin

A: Seit November 2001 ständige Ohrgeräusche links nach Mittelohrentzündung und Hörsturz. Behandlung erfolgte beim HNO-Arzt mit Infusionen, danach zwei Monate Ruhe, seit Januar 2002 wieder Ohrgeräusche und zwar ständig, zeitweise auch Schmerzen im linken Kiefergelenk und Probleme beim Gähnen, täglich Knieschmerzen vorn, im Stehen und Sitzen, im linken Knie häufiger als rechts.

U: 16.01.03: Re Schulter hängt, Beinlängendifferenz (li kürzer), keine Gelenkgeräusche, UK- Abweichung nach li bei Mundöffnung, Mundöffnung 3,7 cm

AK-Test: n: Rectus bds , h: LD bds, PMC bds, PMS bds, w: Nackenflexoren
W: Laterotrusion nach re, weite Öffnung, fester Biss
NC: Konstruktionsbiß für COPA, Beinlängendifferenz damit
ausgeglichen!

Therapie

  1. Anfertigung einer COPA, eingesetzt am 30.01.03
  2. Physiotherapeutische Begleittherapie
  3. Häusliche Unterstützung durch modifizierte Rocabado- Übungen

Verlauf

27.02.03: Li. Kiefergelenk weniger schmerzhaft
10.04.03: Kiefergelenkschmerz li. weg, anteriorer Knieschmerz bds. weg
09.10.03: Nirgendwo mehr Schmerzen, Ohrgeräusche nur noch selten, wenn,
dann ganz leise Schienenänderung nach erneuter Testung
22.12.03: Patientin völlig beschwerdefrei

ZUSAMMENFASSUNG

Auch die AK kennt bei dem schwierigen Thema Tinnitus keine Patentlösung. Sie kann aber mit relativ einfachen Mitteln und ihrem klaren Konzept dazu beitragen, eine Vielzahl von Fehlfunktionen aufzuspüren und durch die oben dargestellte komplexe Behandlung zu heilen oder wenigstens zu lindern. In beiden genannten Fällen war Tinnitus das Leit-symptom bei diesen craniomandibulären Dysfunktionen. Der Unterschied bestand darin, dass er im zweiten Fall infolge einer Otitis media auftrat, wie es auch Gelb u. a. beschreiben. Hier dauerte die Behandlung länger als im ersten Fall. Dennoch ist das ein gutes Ergebnis, denn nicht in jedem Fall wird die Heilung von Tinnitus überhaupt so schnell möglich sein, besonders dann nicht, wenn die psychische Komponente in der Ätiolgie ein große Rolle spielt.

Nach Gelb konnte Tinnitus als Symptom von craniomanibulären Dysfunktionen nach zahnärztlichen Behandlungen in ca. 70% der Fälle geheilt oder zumindest erheblich gebessert werden. Diese und andere Studien sowie meine eigene Praxiserfahrung zeigen, dass die Therapie von Tinnitus eine Herausforderung für Zahnärzte ist und sie in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen wie Allgemeinärzten, HNO-Ärzten, Internisten, Orthopäden, Psychologen, Physiotherapeuten, Osteopathen u. a. gute Ergebnisse erzielen können. Leider wurde in der Vergangenheit die Rolle der Zahnärzte bei der Tinnitustherapie nicht ausreichend beachtet.

LITERATUR

Baier-Wolf U, Kienle K (2003) Craniale Osteopathie und Applied Kinesiology.
AKSE Verlag, Wörthsee
Bubenzer RH (1999) Chronischer Tinnitus ist auch eine zahnmedizinische Herausforderung. DZW, 12/99
Gelb H. (1985) Head, Neck and TMJ- Pain and Dysfunction. WB Saunders, Philadelphia USA
Gelb H (1997) Advanced Strategies in the Diagnosis of Temporomandibular Disorder. Verlag ?, Hanau
Gerz W. (2001a) Lehrbuch der Applied Kinesiology (AK) in der naturheilkundlichen Praxis. 2. Auflage, AKSE- Verlag, Wörthsee
Gerz W.(2001b) Tinnitus: Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Aus: Lehrbuch
der Applied Kinesiology (AK) in der naturheilkundlichen Praxis, 2. Auflage,
AKSE- Verlag, Wörthsee, 319-321
Nelting M, Hesse G, Schaaf H (1998) Tinnitustherapie- mit Leib und Seele, Profil Verlag, München/Wien, 1998

Dr. med. Carmen Kannengießer • Zahnärztin
Dammstr.18A, 18528 Bergen, Fax: 03838/254154,
carmenkannengiesser@hotmail.com

Wolfgang Gerz HISTAMIN-INTOLERANZ UND ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN: BEDEUTUNG DER VITAMINE B6 UND C SOWIE VON KUPFER UND ZINK

Unsere Vorgehensweise in der naturheilkundlich ausgerichteten Allgemeinpraxis, aber auch in vielen Fachbereichen wie HNO, Schmerztherapie oder Zahnheilkunde ist in den letzten Jahren durch das Wissen um die Histamin-Intoleranz (Jarisch, 2004) deutlich besser und effektiver geworden.

Jarisch et al. weisen alle medizinischen Fachrichtungen auf die weitreichenden Konsequenzen der Histamin-Intoleranz hin. Während üblicherweise nur das vom Patienten selbst durch klassisch allergische Reaktionen produzierte Histamin im Vordergrund steht, findet die Tatsache, dass wesentlich höhere Mengen an Histamin durch weit verbreitete Nahrungsmittel und Getränke zugeführt werden, leider viel zu wenig Beachtung.

Die Konsequenz in Bezug auf die Ernährungsberatung ist einfach; siehe hierzu die Listen der besonders oft problematischen Nahrungsmittel.

Hinzu kommen die Erkenntnisse, dass sich eine ganze Reihe häufig verwendeter allopathischer Medikamente negativ auf den Histaminstoffwechsel auswirken können. Zu beachten sind aber auch die orthomolekularen Zusammenhänge: die Vitamine B6 und C sowie die Mineralstoffe Kupfer, Zink und Calcium sind für die Therapie besonders wichtig.

HISTAMIN — PHYSIOLOGIE

Histamin ist ein biogenes Amin, entsteht aus der Aminosäure Histidin und hat in tierischen und pflanzlichen Geweben eine Vielzahl physiologischer Funktionen – beim Menschen u.a.

• Kontraktion der glatten Muskulatur (Uterus!!, Darm, Lunge …)
• Dilatation der Blutgefäße
• Magensaftsekretion
• Zellwachstum und –differenzierung
• Mediatorsubstanz bei praktisch allen allergischen Phänomenen
• Mediatorsubstanz bei praktisch allen Schmerzreaktionen

Histamin wird im Körper aktiv gebildet und in verschiedenen Zellen gespeichert(v.a. basophile Granulozyten bzw. Mastzellen), von wo es sofort ausgeschüttet werden kann. Eine mengenmäßig viel größere Produktion von Histamin (und anderen biogenen Aminen wie Putrescin, Cadaverin, Spermin, Spermidin, Tyramin, Phenylethylamin, Serotonin, Dopamin) findet aber bei der bakteriellen Zersetzung von Eiweiß statt. Diese wird vornehm als Reifung und weniger vornehm als Fäulnis bezeichnet.

Gereifte Lebensmittel: Käse, Wein, Bier, Sauerkraut, geräucherte Fleisch- und Wurstwaren, Fisch u.a.m.
Sehr große Mengen an Histamin können ein Zeichen von Verderb sein. Frischer oder sofort tiefgekühlter Fisch z.B. enthält fast kein Histamin. Im Gegensatz dazu bildet sich in älterem oder bereits verdorbenem Fisch durch bakterielle Zersetzung eine eventuell lebensgefährliche Menge an Histamin. Frischkäse, der nur wenige Tage einer Reifung ausgesetzt wird, beinhaltet ebenfalls weniger Histamin als lange gereifter Käse. Auch unreine Hefekulturen (z.B. bei der Bier- und Weinproduktion) begünstigen die Histaminbildung.

So erklären sich die starken Schwankungen im Histamingehalt einzelner Lebensmittel (in mg Histamin pro kg Ware, nach Jarisch):

Bergkäse <10 – 1200 Fisch 0 – 13000 Salami<10 – 280

Histamin ist kälte- und hitzestabil und kann daher – wenn einmal gebildet – weder durch Kochen (auch mit Mikrowelle), Braten oder Backen, noch durch Tiefkühlen zerstört werden.

Neben der direkten externen Zufuhr und der allergisch bedingten Freisetzung gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie Histamin im Körper ansteigen kann:

Zufuhr von Histaminliberatoren (Tab. 1)
Substanzen, die im Körper unspezifisch Histamin freisetzen können.
Nahrungsmittel mit hohem Gehalt anderer biogener Amine
Diese konkurrieren um das gleiche Abbau-Enzym (DAO, s. unten)
und können so indirekt die Histaminspiegel erhöhen (Tab. 2).
Medikamente, die die allergenspezifische Histaminfreisetzung
steigern (siehe Tab. 3a)
• Medikamente, die DAO blockieren (siehe Tab. 4)

Inhalte aller Tabellen aus Jarisch, 2004

Angesichts dieser Listen sollte die endlose Diskussion „Echte Allergie – Pseudoallergie –Unverträglichkeit – Intoleranz“in den Hintergrund treten.

Wichtig ist für die Klinik, dass es eigentlich egal ist, wodurch zuviel Histamin im Körper vorliegt – durch allergische Freisetzung oder Zufuhr von außen oder zu geringen Abbau oder beliebige Kombinationen davon, was in der Praxis meistens vorkommt.
Ich spreche deshalb gerne von „Histaminpatienten“ – denen durch Beachtung der Histamin-Physiologie „bio-logisch“ geholfen werden kann.

Histaminassoziierte Symptome

• Kopfschmerzen
• Hitzegefühl
• Rötung
• Juckreiz
• Urticaria
• Rhinitis
• Asthma
• Schwindel
• Blutdruckabfall
• Bluthochdruck
• Herzrhythmusstörungen
• Magen-Darmbeschwerden
• Rheumatische und pseudorheumatische Krankheitsbilder
• Psychische Störungen (s. Pfeiffer)
• Neurologische Auffälligkeiten (v.a. bei Kindern)
• Dysmenorrhoe und andere zyklusassoziierte Störungen

Für die Anamnese bedeutet das: jeder Patient mit einem oder mehreren dieser Symptome ist als erstes zu befragen, ob Empfindlichkeiten auf typische „Histamin-Nahrungsmittel“ bestehen!!

Histaminabbau

Der Abbau von Histamin, aber auch den anderen biogenen Aminen, erfolgt primär über die Enzymsysteme Diaminoxidase (DAO) und Methyltransferase, während Vitamin C das Histamin oxidativ abbaut. DAO wird von den Enterozyten der Darmschleimhaut in großer Menge produziert und verhindert so die enterale Aufnahme unphysiologischer Mengen
an Histamin. Dies ist ein perfekter Schutzmechanismus, da ja sonst Unmengen von Histamin und anderen biogenen Aminen über die Nahrung zugeführt, aber auch bakteriell im Darm selbst erzeugt werden könnten.

Das zweite Histamin-abbauende Enzym, die Methyltransferase, kommt primär in der Leber, aber auch in der Magenschleimhaut vor. Sie baut v.a. das im Körper selbst produzierte Histamin ab und wird interessanterweise bei ungenügender DAO durch Histaminabbauprodukte (N-Methylimidazolacetaldehyd und -essigsäure) gehemmt.

Somit nimmt also die DAO eine Schlüsselrolle im Histaminstoffwechsel ein:

  • Schutz gegen von außen zugeführtes Histamin durch Abbau im Darmlumen
  • Histaminabbau im Körper selbst
  • Bei DAO-Mangel auch Hemmung des zweiten Abbauweges über die Methyltransferase

DIAMINOXIDASE – DAO

DAO findet sich in größerer Menge v.a. im Dünndarm, aber auch in Leber, Nieren, Leukozyten – sowie bei Schwangeren in der Plazenta: in der Schwangerschaft steigt DAO im Blut auf das 300 – 500fache an!
Die DAO im Darmlumen reduziert also bereits den Großteil des oral zugeführten Histamins – weshalb Fleischfresser (Löwe) oder Aasfresser (Hyäne) im Vergleich zum Menschen geradezu unglaubliche Mengen an DAO produzieren können.

Sehr selten ist ein genetisch bedingter DAO-Mangel. Praktisch die Regel sind dagegen relative (im Verhältnis zum zugeführten Histamin) oder erworbene Mangelzustände durch Infekte, extern zugeführte DAO-Blocke (Tab. 4) oder andere aminreiche Nahrungsmittel (Schokolade!!). Orthomolekular stehen für die DAO Kupfer und B6 im Vordergrund: Kupfer als Schlüssel-Spurenelement, B6 als Coenzym.
Aber: eine isolierte orthomolekulare Behandlung mag in Einzelfällen symptomatisch helfen, meistens ist sie jedoch nicht ausreichend. Der erste Schritt sollte immer die Reduktion der Histaminzufuhr und möglichst vollständige Beseitigung der Störfaktoren für die DAO sein. Neben der Karenz bietet hier v. a. die kausale Therapie der Darmflora noch ein riesiges Arbeitsgebiet (siehe unter d, Seite ?).

ALKOHOLIKA UND SCHOKOLADE

Alkohol bereitet den meisten histaminempfindlichen Personen Probleme. Zwar enthält Alkohol Histamin nicht in mg-Mengen, sondern im µgBereich, doch erfolgt die Resorption wesentlich schneller und Alkohol fördert per se die Durchlässigkeit der Darmwand – auch für Histamin aus Nahrungsmitteln.

Rotwein und Käse ist die am häufigsten Migräne-auslösende Nahrungskombination!

Zusätzlich hemmen Alkohol und seine Abbauprodukte (Aldehyde) den Histaminabbau über die DAO. Wahrscheinlich wirken Alkohol und Acetaldehyd auch als Histaminliberatoren aus Basophilen und Mastzellen – und sicher wirkt Alkohol selbst direkt gefäßerweiternd und kann somit einige der Histaminsymptome potenzieren!

Sekt enthält am meisten Histamin, Bier am wenigsten und ist daher unter den alkoholischen Getränken noch am günstigsten (Menge beachten!). Im allgemeinen sind groß-industriell erzeugte Weine (Australien, Amerika, Südafrika) oft histaminärmer als manche traditionell in Holzfässern und mit selbsthergestellten Hefekulturen erzeugte Weine.

Schokolade enthält wenig Histamin, dafür aber Tyramin und Phenylethylamin, die als Konkurrenten um die DAO wetteifern und ist somit im Nettoeffekt ebenfalls problematisch für Histaminpatienten.

ORTHOMOLEKULARE UND ANDERE THERAPEUTISCHE KONSEQUENZEN

a) Vitamine

Die Laborwerte für Vitamin C liegen in unserem Patientengut allenfalls im unteren Normalbereich; für B6 finden sich relativ häufig sogar eindeutig erniedrigte und ansonsten meist niedrig normale Werte.

Als Konsequenz sollte bei allenHistaminpatienten VitaminCtherapeutisch eingesetzt werden, im Akutfall hochdosiert oral und durchaus auch i.v.

Zur Dauertherapie empfiehlt es sich, durch Laborkontrolle festzustellen, wieviel täglich zugeführt werden muss, um Werte im oberen Normalbereich zu erhalten.

Da Vitamin B6 sowohl bei zu eiweißreicher wie auch bei übermäßig zucker- und kohlenhydratreicher Ernährung vermehrt verbraucht wird, sind entsprechende Ernährungskonsequenzen nötig.

Therapeutisch setzt man heute die aktive Form Pyridoxal-5-Phosphat ein, die bei Gabe von 1 Kapsel mit 50 mg täglich normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen hochnormale Werte ergeben sollte. Im übrigen sei zum B6 auf meinen Beitrag in „Spurenelement- und Vitaminreport 1/2002“ verwiesen (Gerz, 2002).

Jarisch gibt auch eine Liste von Nahrungsmitteln mit einem B6/EiweißQuotienten an, doch erscheint mir diese Liste angesichts der oben besprochenen Gesamtproblematik des Histamins nicht sonderlich sinnvoll.

Auch alle anderen Vitamine, die die Leberfunktion unterstützen, wirken sich wahrscheinlich positiv auf den Histaminstoffwechsel aus (B3, B5, B12, Folsäure…, Gerson, 2002)

b) Spurenelemente und Mineralstoffe

Calcium ist antihistamin wirksam, ebenso Magnesium und Zink. Die Optimierung dieser drei Mineralstoffe sollte deshalb bei allen Histaminpatienten Grundvoraussetzung sein. Als Schlüsselelement der DAO ist jedoch Kupfer in den Vordergrund gerückt. Hierzu sei v.a. auf den Artikel von Dr. Bayer und mir verwiesen (Bayer und Gerz, 2003).
Der therapeutische Bereich liegt zwischen 0,5 – 6 mg elementarem Kupfer täglich, wobei das größte Problem die Magenempfindlichkeit bei oraler Gabe ist, die dosisabhängig bei etwa 10 – 20 % der PatientInnen zu beobachten ist. Deshalb ist Kupfer niemals nüchtern, sondern in der Mitte der Mahlzeit zu empfehlen, im Zweifelsfall als prisenweise Gabe in
Flüssigkeit, sodass das Kupfer nicht mehr zu schmecken ist.
Oft sind gerade die PatientInnen am meisten empfindlich, die den stärksten Mangel an Kupfer haben!
Darüber hinaus sollte immer eine multifaktorielle Unterstützung der Leber erfolgen – mit dem Nebeneffekt, dass sicher auch die Methyltransferase und viele andere Entgiftungssysteme gestärkt werden.

c) Östradiol

Östradiol erhöht den Histamingehalt im Uterus und zur Zeit des Eisprungs kann im Harn eine vermehrte Ausscheidung von Histaminmetaboliten gemessen werden.
Somit wird plötzlich aus einem anderen Blickwinkel verständlich:

• das geänderte Essverhalten vieler Frauen kurz vor Beginn der Regel
• die unterschiedliche Allergieempfindlichkeit in verschiedenen Zyklusphasen
• die Dysmenorrhoe gerade von Frauen mit Östrogenüberschuss
• die vermehrten Probleme vieler Histaminpatientinnen gerade in den
ersten Schwangerschaftswochen: die Östrogenspiegel steigen nämlich sofort, die der DAO erst im 3. Monat zu maximaler Höhe an!

d) Therapie von Dysbiose – Candidose – Parasitose

Infektionen und alles, was die Permeabilität derDarmschleimhaut erhöht, wirkt pro Histamin (Jarisch, 2004). Damit geht es therapeutisch nicht nur um Zufuhr von Laktobazillen oder Mutaflor und zusätzliche langfristige Ernährungsumstellung, sondern wahrscheinlich viel öfter als bisher gedacht um die durchaus allopathische Therapie von Candida, aber auch Helicobacter pylori und eventuell anderen pathogenen Erregern wie Clostridien, Yersinia und wahrscheinlich auch Parasiten (Fonk, 2001, 2002).

e) Weitere Querverbindungen

Jarisch zitiert eine französische Studie, bei der 33000 Patienten nach Nahrungsmittelunverträglichkeiten befragt wurden. Als Ergebnis wird von einer Inzidenz der Histamin-Intoleranz in der Gesamtbevölkerung von 1 % ausgegangen, wobei 80% Frauen mit einem Peak um das 40. Lebensjahr seien.

Meine persönliche Erfahrung ist ganz anders, und ich würde eher von 10% ausgehen! Bedenkt man die vielfältigen Interaktionen des Histaminstoffwechsels mit Kupfer, aber auch andere bio-logische Zusammenhänge, so ergeben sich plötzlich ganz neue Fragestellungen mit entsprechenden Konsequenzen:

Gibt es Zusammenhänge zwischen zunehmenden Allergie-/Histaminproblemen und

• Konventioneller HRT und Pille? Ja, denn: Kupferverlust in der
Leber mit DAO-Problematik und Histaminfreisetzung!
• Schwermetallbelastung mit Amalgam u.a.? Ja, da kompetitiver
Antagonismus zwischen Kupfer, Zink und Calcium mit Quecksilber,
Zinn, Blei u.a. sowie direkt allergisierende Wirkung von Quecksilber!
• Vermehrter Industrienahrung? Ja, da Zunahme von Histamin bei
Lagerung und Wiederaufwärmen – bei gleichzeitiger Abnahme der
meisten Vitamine, v.a. C! Hinzu kommen die zur Stabilisierung nötigen E-Substanzen, Sorbit… – alles DAO-Inhibitoren!
• Zunehmend schlechterem Ernährungsverhalten? Ja, s. oben,
aber auch Zunahme einzelner Nahrungsmittel wie Tomate, Zitrusfrüchte, Wurstwaren, Weißmehlprodukte!
• Zunehmender chronischer Übersäuerung vieler PatientInnen? Ja,
denn dies führt u.a. zum Calciumverlust – und jede Allergiemanifestation geht mit Übersäuerung einher! Basenzufuhr hilft Allergikern!
• Schlechter allopathischer Therapie? Ja, denn die Liste der DAOblockierenden Medikamente ist eindrucksvoll – und wird leider fast
nie beachtet!
• Falsch indizierter Antibiotikatherapie? Ja, denn Candida und andere pathogene Erreger als Folge der bakteriellen Dysbalance!
• Stress? Ja, denn Stress erhöht Histamin im Körper

Zusammenfassend ergeben sich also für die Therapie aller Erkrankungen, die mit erhöhtem Histamin assoziiert sind, folgende Konsequenzen:

• Histaminzufuhr reduzieren
• Histaminfreisetzung reduzieren
• DAO und Methyltransferase deblockieren und fördern

… aber bio-logisch konsequent !

HISTAMINREICHE UND HISTAMINARME NAHRUNGSMITTEL

LITERATUR

Bayer W, Gerz W (2003) Kupfer-Stoffwechsel, Biomedizinische Bedeutung, Diagnostik. Sonderdruck, AKSE Verlag, Wörthsee
Fonk I (2001) Rickettsiose – System- und Hauterkrankungen. AKSE Verlag,
Wörthsee
Fonk I (2002) Darmparasitose in der Humanmedizin. AKSE Verlag, Wörthsee
Gerson M (2002) Eine Krebstherapie. 50 geheilte Fälle. 2. Aufl., Waldthausen
Verlag, Weil der Stadt
Gerz W (2002) Vitamin B6 in der Allgemeinpraxis. Spurenelement- und Vitaminreport 1/2002, Labor Dr. Bayer, Stuttgart
Jarisch R (2004): Histamin-Intoleranz. Histamin und Seekrankheit. Thieme,
Stuttgart, 2004

LITERATUREMPFEHLUNGEN

Gerz W (2000) Histamin und AK – Neue Erkenntnisse. AKSE Verlag, Wörthsee
Gerz W (2000) Histamin – Patienteninformation. AKSE-Verlag, Wörthsee
Gerz W (2001) Lehrbuch der Applied Kinesiology (AK) in der naturheilkundlichen Praxis. 2. Aufl.; AKSE Verlag, Wörthsee
Gerz W (2002) Bio-logische Präparate für Diagnose und Therapie in der AK-Praxis. 3. Aufl., AKSE Verlag, Wörthsee
Gerz W (2003) Calciumwerte in der Mineralstoffanalyse – Frühhinweis auf Osteoporose? Spurenelement- und Vitaminreport 2/2003, Labor Dr. Bayer, Stuttgart
Pfeiffer C (1993) Nährstoff-Therapie bei psychischen Störungen. 4. Aufl.; HaugVerlag, Stuttgart
Randolph TG, Moss RW (1986) Allergien: Folgen von Umweltbelastung und Ernährung. Verlag C.F. Müller, Karlsruhe
Stossier H (2001) Allergien erfolgreich behandeln mit der F.X.Mayr-Kur. HaugVerlag, Stuttgart
Werbach MR(1999)Nutriologische Medizin. WalterHädecke Verlag, Weil der Stadt
Worlitschek M, Gerz W (1995) Die chronische Übersäuerung des Menschen,
Laborinformation Dr. Bayer, Stuttgart

Wolfgang Gerz • Arzt, Diplomate ICAK-D
Sonnenlängstr. 2, 81369 München, Tel. 089-7809331, Fax: 089-78019198
wolfgang@akse.de

Uschi Baier-Wolf SINNVOLLE ERGÄNZUNG VON AK UND OSTEOPATHIE

K. Anna,13,5 Monate, wurde mir von der ärztlichen Kollegin Karin Herbst, die bereits den Kurs „AK und Craniale Osteopathie“ absolviert hat, mit der Bitte um osteopathische Abklärung geschickt. Sie hatte bei ihrer Erstuntersuchung den V.a. schwere Schädelläsionen!

Zusätzlich teilte sie mir folgende Untersuchungsergebnisse mit:
U: 20.01.04: Surrogat W mit Kind NC: Nystatin, Zinc Plus
U: 15.02.04: Surrogat W mit Kind NC: AB-Lactobacillen, Leber-Galle-Tropfen, Cefalymphat, Mutaflor;
Ø: Nystatin

Ersttermin Osteopathie 16.04.04

A: Kind wollte nie auf dem Rücken liegen, leichte Entwicklungsverzögerung: Krabbelbeginn mit 11,5 Monaten, jetzt Hochziehen an Möbeln möglich und Beginn mit Seitwärtsschritten an Gegenständen. Gastrointestinale Beschwerden wie häufiges Spucken, Aufstoßen, besonders nach den Mahlzeiten; kein geregelter Schlaf-Wachrhythmus (maximale Schlafzeit 5 Stunden am Stück).
Sehr unruhiges Kind, das oft – für die Eltern vermeintlich grundlos – weint. Bekannte Laktoseintoleranz (AK-getestet), woran sich die Eltern auch halten. Seitdem leichte Besserung der o.g. Symptome!
Zur Zeit bekommt das Kind Ziegenmilch.
Z.n. Saugglockengeburt, bis jetzt keine Impfungen.

U: Aufgrund des Alters wurde eine rein strukturelle osteopathische Untersuchung ohne AK durchgeführt.
Schädelbefund: Massive Compression der SOM und der S. basico-occipitalis li re; sehr dichte Hinterhauptschuppe, Occiputläsion in Flexion, SBS-Läsion (Lateral Strain re), CSR in Frequenz und Amplitude stark verlangsamt.

Beim Ersttermin wurden alle osteopathischen Läsionen behandelt und die AK-Kollegin telefonisch um Testung weiterer Nahrungsmittel gebeten.

U 22.04.05 bei Karin Herbst:

Surrogat n mit Kind
W: Kuhmilch, Sahne, aber auch die Ziegenmilch, HMK
NC: Zink, Vitamin C, Nystatin
Ø: Copper pic., Calcium citrate, Calcium aspartate

Verträglich: Reismilch, Reis-Hafer-Milch, Vollkornflocken

Zweittermin Osteopathie am 13.05.05

ZA: Seit der letzten Behandlung wesentlich bewegungsfreudiger, sehr gutes physiologisches Krabbelmuster, das – nach Aussagen der Eltern – bereits zwei Tage nach der Erstbehandlung einsetzte! Aufstoßen und Spucken um 70 Prozent reduziert.

Schädelbefund: CSR in Amplitude und Frequenz deutlich besser, SOM und S. basico-occipitalis bds. o.B., ebenfalls SBS! C0/C1 links fixiert (C1 lateral/anterior), Spannung der Falx cerebri.

Visceraler Befund: Zwerchfellfixation in Inspiration, Spasmus von Cardia und Pylorus. Osteopathische Behandlung aller Befunde und kurze Ernährungsberatung.

Drei Wochen später kurzes Telefonat mit der Mutter, die berichtet, dass es Anna sehr gut geht, sie aber doch gerne zu einer abschließenden Untersuchung kommen möchte, da Anna jetzt frei läuft!

Anmerkung: Bei schweren SBS-Läsionen, wie z.B. Lateral Strain und bei allen Entwicklungsverzögerungen ist es ratsam, die Kinder nochmals entwicklungs-kinesiologisch zu untersuchen, wenn sie die freie Lokomotion erreicht haben.

Abschlussuntersuchung 23.07.05

Keinerlei gastro-intestinale Beschwerden mehr!
Freie Lokomotion erreicht, keinerlei Auffälligkeiten im Bewegungsmuster.

Schädelbefund: SBS o.B., gute Frequenz und Amplitude des CSR, leichte Spannung der Falx cerebri.

Viszeraler Befund: o.B.

Nach Ausgleich der Falx wird das Kind entlassen und die Eltern aufgefordert, dass Sie sich bei erneuten Problemen sofort melden sollten. Ansonsten benötigt Anna derzeit keine weiteren Therapien. Weiterhin habe ich der Mutter empfohlen, die unverträglichen Nahrungsmittel weiterhin zu meiden und nach einiger Zeit bei Karin Herbst eine Nachtestung, auch der orthomolekularen Substanzen, durchzuführen.

In November 04 bekam ich dann folgenden Brief von den Eltern:

Liebe Frau Baier-Wolf!

Wir hatten den weiten Weg zu Ihnen gefunden und möchten noch einmal ganz herzlich DANKE sagen. Der Behandlungserfolg war/ist sagenhaft! Anna holte alles nach und liegt besonders gerne auf Bauch und Rücken, wälzt sich geradezu auf dem Boden. Die „Rülpserei“ ist vorbei und sie ist gut drauf!
Solche Hinweise (von meiner Ärztin Dr. Karin Herbst) sind echt ein Geschenk!
Wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit verbunden mit lieben Grüßen!

Familie K.

Seit dem geht es dem Kind, nach Aussagen von Karin Herbst, weiterhin gut!
Dieser Fall zeigt, wie perfekt die Osteopathie mit der AK harmonieren kann und auch wie effektiv die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen sein kann!

Uschi Baier-Wolf • Physiotherapeutin, Osteopathin
Mietenkamer Str. 186, 83224 Grassau, Fax 08641-697143

Johannes Tönnis OBERBAUCH-ENTSTAUUNG UND AK

Oft verordnen wir gemäß AK-Testung ein Leber- oder Lymphmittel.

Bei der osteopathischen Untersuchung fällt häufig eine massive Leberstauung auf, oft auch eine Stauung im Darmgebiet. Für die Tastung der Leberstauung gibt es zwei einfache Griffe.

Die Diagnostik des cervicothorakalen Überganges (CTÜ) ist etwas komplexer, gibt aber Aufschluss über das Lymphsystem: die Einmündung der Lymphe in das Blutsystem liegt genau hinter der 1. Rippe; pro Tag
fließen hier 1,5 Liter Lymphe hindurch.

Leberstauung

A) Der Patient liegt in Rückenlage, der Oberkörper wird mit Kontakt der unteren fünf Rippen seitlich weich nach links und rechts verschoben. Eine verminderte Verschieblichkeit von der rechten Körperhälfte zur linken ist oft mit einer Leberdysfunktion assoziiert.

Des Weiteren werden die unteren Rippen weich von anterior nac posterior komprimiert.

Bei beiden Ausführungen (von rechts nach links und von anterior nach posterior) wird das Gefühl bei Beginn des Widerstandes beurteilt : Zuerst komprimiert man die Haut, dann die Unterhaut, dann müssen die Rippen dem Widerstand nachgeben und dies muss die Leber zulassen! Eine gestaute Leber wird bei beiden Tests zu einem erhöhten Widerstand führen.

B) Dies ist der für mich aussagekräftigere Griff: Der Patient sitzt, ich fasse rechts unter den Rippenbogen, schiebe meine Finger nach dorsal, um unter die Leber zu gelangen und hebe dann die Finger an. Oft kann
ich mit den Fingern schon nicht unter die Rippen gelangen oder die Finger können nicht angehoben werden.

Beim Anheben sind zwei Dinge zu unterscheiden: werde ich durch Zug von unten behindert oder gibt das Lebergewebe nicht nach, ist also eventuell gestaut?

Beim letzteren Befund ist häufig folgendes festzustellen:

Übung 1: Der Patient atmet ein, hat dabei aber den Mund nur minimal geöffnet. Er muss sich anstrengen, die Luft durch die kleine Öffnung zu saugen. Dadurch erzeugt er einen großen Unterdruck im Brustkorbbereich. Die Lymphe wird förmlich nach oben gesogen.

Übung 2: Verstärkbar ist dies, indem der Patient gleichzeitig Überdruck aufbaut: er zieht während der Einatmung den Bauch ein. Diese zweite Variante schaffen nicht alle Patienten koordinativ; sie ist auch nicht unbedingt notwendig

Der Effekt: Bei der Palpation ist die Stauung oft nach drei !! Atemzügen zu 80% verringert! Jede mobilisierende osteopathische Technik ist dann viel leichter oder teilweise erst dann ausführbar.

AK: Nach der Technik sind häufig viele Befunde aufgehoben! Ich bin immer wieder über die Effektivität dieser Technik überrascht.

Fazit: Wenn wir an die Leber oder das Lymphsystem denken, sollten wir gleichrangig mit Leber- oder Lymphmitteln die mechanische Entstauung testen. Diese ist billiger, schneller und effektiver. Manchmal ist aber auch die Kombination gefragt, manchmal ist das Leber- oder Lymphmittel wirksamer.

Patientenbeispiel

Oliver S., 36 J, klagt über Fettunverträglichkeit seit der Weihnachtszeit –viele Geschäftsessen.
U: w: PMS2, LAT2
n: RF2, Pir2, Pop li
h: Pop re

NC: TL Leber außer Pop re;
Ø: TL Sphincter oddi, zwei Lebermittel, ein Lymphmittel, B3, Kalium
NC: Methycobal, B-Complex plus – ebenfalls außer Pop re!

Nach der oben beschriebenen Atemübung Normotonus aller Muskeln bis auf Popliteus rechts. Aber: nach Mobilisation der 6. – 9. Rippe rechts in allen drei Dimensionen und einer weiteren manuellen Leberentstauung auch Popliteus rechts normoton!

Diskussion

Der Popliteus war durch die Organ-TL nicht normoton, sondern erst nach der Behandlung. Genau wie es uns bei den Zähnen klar geworden ist – beim Zahnwurzelgranulom und negativer TL suchen wir ja auch weiter – sollten wir akzeptieren, dass bei Verdacht aufgrund der Anamnese oder Palpation eine Probebehandlung gemacht werden muss, um nichts zu übersehen.

Johannes Tönnis • Physiotherapeut, Heilpraktiker, Diplomate ICAK-D Petersburgstr. 36a, 29223 Celle, Tel. 05141-484008, Heilpraktiker@toennis.net

Wolfgang Gerz VITAMIN D – NEUE ENTWICKLUNGEN UND AK

EINLEITUNG

Eine der interessantesten Entwicklungen in der Medizin während der letzten Jahre ist die Wiederentdeckung und das bessere Verständnis von Vitamin D und den damit assoziierten Stoffwechselvorgängen.

Prof. Michael Holick aus Boston, Autor unzähliger wissenschaftlicher Artikel zum Vitamin D, aber auch des populärwissenschaftlichen Buches „The UV Advantage“ (Holick, Jenkins, 2004) ist als beste Quelle für diese neuen Entwicklungen zu empfehlen. Das Buch liegt jetzt auch in deutscher Übersetzung vor: „Schützendes Sonnenlicht – Die heilsamen Kräfte der Sonne, Haug Verlag, Stuttgart 2005.

Eine weitere gute Quelle ist Jonathan Wright, M.D. (2001), der schon vor Jahren darauf hinwies, dass eine Vervierfachung der täglichen Vitamin D-Versorgung wünschenswert wäre, wobei er v.a. die Arbeit von
Vieth (2001) zitierte.

In Deutschland publizierte Silke I. Herzog Muethen (1999) ein sehr kontroverses Buch, in dem sie die Verwendung von hoch dosiertem Vitamin D und Calcium für die Behandlung der spastischen Cerebralparese und anderer Erkrankungen empfiehlt. Dieses Buch liegt jetzt in Neuauflage mit geändertem Titel vor: „Vermeidbare Spastik – Vermeidbare Kinderkrankheiten“, David Verlag, Münster 2004.

In diesem Kapitel möchte ich über meine Erfahrungen mit diesen neuen Ansätzen in meiner naturheilkundlichen Allgemeinpraxis mit AK be-richten.

INDIKATIONEN FÜR VITAMIN D

Holick (2005) nennt die folgenden Indikationen für Vitamin D und Sonnenlicht:

  • Osteoporose und andere metabolische Knochenerkrankungen
  • Prävention verschiedener Krebsarten inkl. Prostata, Brust, Colon, Lunge u.a.m.
  • Risikominderung für Autoimmunerkrankungen wie Typ 1-Diabetes, rheumatoide Arthritis und MS
  • Positive mentale Wirkung: SAD, PMS, Depression, allgemeine Stimmung
  • Bluthochdruck und Herzerkrankungen
  • Hilfe in der Behandlung von Übergewicht

Im persönlichen Gespräch mit Holick während eines Besuches in Boston im April 2005 stimmte er auch zu, dass Vitamin D für die fetale Entwikklung von Schädel und Gehirn besonders wichtig ist. Damit wird Vitamin D natürlich auch zu einem äusserst wichtigen Ernährungsfaktor während der Schwangerschaft und frühen Kindheit.

In Bezug auf einen kleinen Patienten mit frühzeitiger Craniosynostose schrieb ein kanadischer Professor für Pädiatrie/Neurologie vor zwei Jahren in einer Email:

„Die Verbindung zwischen Rachitis und frühzeitiger Craniosynostose ist wohl bekannt… Vitamin D3-Rezeptoren werden im Gehirn während der Embryogenese ausgebildet, und letztlich ist Vitamin D ein Hormon, das die Ausformung der Knochen beeinflusst. Es ist gut möglich, dass diesen Anomalien ein komplexer Mechanismus zugrunde liegt, der mit dem Vitamin D-Mangel assoziiert ist.“

Asuri N Prasad, MB.BS, MRCP(UK), FRCPC (Peds.&Neuro), University of Manitoba

Diese Aussage ist extrem wichtig für die Osteopathie und alle anderen Fachrichtungen, die wissen, dass die craniale Entwicklung und Funktion entscheidend sind.

Aber: genauso wichtig sind natürlich all die anderen Indikationen für jeden Arzt oder Therapeuten!

PHYSIOLOGIE

George Goodheart sagte einmal: „In der AK sollten wir mit die Ersten sein, die neues Wissen aufnehmen – aber die letzten, die das alte vergessen!“

Bekannterweise werden Vorläufer von Vitamin D (Ergosterol oder 7-Dehydrocholesterol – die übrigens aus dem ominösen Cholesterin gebildet werden – unter dem Einfluss von UVB-Licht in Vitamin D3 umgewandelt.

In der Leber erfolgt dann mit Hilfe der 25-Hydroxylase (25-OHase) die Umwandlung in 25-OH-D3.

Dieses wird dann in den Nieren mit Hilfe des Enzyms 1a-Hydroxylase (1-OHase) zu der hochaktiven Form von Vitamin D umgewandelt: 1,25- (OH)2-D3. Sie ist insbesondere für die Calciumresorption und den
Knochenstoffwechsel verantwortlich.

Was ist nun neu in Bezug auf die Physiologie von Vitamin D?

Die Nieren sind eine wichtige Produktionsstätte für Vitamin D – aber bei weitem nicht die einzige! Für viele verschiedene Organzellen ist die Fähigkeit zur Umwandlung von 25-D in das 1,25-D bewiesen und publiziert und Prof. Holick sagte mir gegenüber voraus, dass mehr oder weniger jede Zelle dazu in der Lage ist.
Und: diese Umwandlung von 25-D in das 1,25-D ist ein intrazellulärer Anti-Krebs-Mechanismus!

Holick und Kollegen (Chen, 2003) konnten zeigen, dass Prostatakrebszellen durch Zugabe von 25-D in vitro zurückverwandelt werden in normale Prostatazellen!!

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, im Detail die neuesten Forschungsergebnisse in Bezug auf die anderen physiologischen Funktionen von Vitamin D zu erläutern. Ich verweise hierzu auf das Buch von Holick (2004) und seine Artikel inkl. Literaturangaben.

Im nachfolgenden Text werden als Abkürzungen verwendet:
25-D für 25-OH-D3 1,25-D für 1,25-(OH)2-D3

Zusammengefasst haben die allermeisten Zellen einen Vitamin D-Rezeptor (VDR) – wie auch für andere Steroidhormone.

Holick (2004): „Der VDR wurde nachgewiesen in Dünndarm, Dickdarm
Osteoblasten, aktivierten T- und B-Lymphozyten, B-Inselzellen des Pankreas und den meisten Organen wie Gehirn, Herz, Haut, Gonaden, Prostata, Brust und mononukleären Zellen.“

Was bedeutet das alles?

Die Produktion von 1,25-D sollte überall intrazellulär im Körper möglich sein, wozu aber viel mehr an 25-D nötig ist als bisher angenommen – und wenn das nicht der Fall ist, dann ist die Produktion von 1,25-D in den Nieren ein kompensatorischer Mechanismus, um das Serum-Calcium zu erhöhen – im Notfall sogar durch Mobilisierung aus dem Knochen!!

Aber: die Anti-Krebs-Wirkung und andere intrazelluläre Funktionen von Vitamin D sind dann weit unterhalb des Optimums – und der Weg zur Osteoporose ist frei!

Als Holick mir das erklärte, verstand ich plötzlich eine Beobachtung, die wir vorher nicht erklären konnten: bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit spastischer Cerebralparese mit sehr hohen Dosen von Vitamin D (bis zu 7000 I.E. täglich über 2 Jahre) war uns immer wieder das – nach dem bisherigen Verständnis von Vitamin D unerklärliche – Phänomen aufgefallen, dass es den Patienten schnell besser ging und die Werte für 25-D anstiegen auf hochnormale Werte um 100 nmol/l – aber die Werte für das 1,25-D absanken bis zum unteren Normalbereich. Dies war v.a. bei den Fällen auffällig, wo das 1,25-D vor Beginn der Vitamin D-Therapie im oberen Normalbereich gelegen war. (Abb. 1-4)

Holick bestätigte das und wies gleichzeitig noch auf einen weiteren Marker hin: PTH = Parathormon! Dieser Wert sollte idealerweise im unteren Normalbereich sein – was üblicherweise 25-D-Spiegel von etwa 80 – 100 nmol/l (10) benötigt.

Nochmals: es ist essentiell, die Werte für 25-D so hoch einzustellen, dass die Werte für PTH und 1,25-D im unteren Normbereich liegen!

Die neue Physiologie des Vitamin D-Metabolismus nach Holick (2004):

AK UND VITAMIN D

  1. Zum Testen empfehle ich einen „Vitamin D-Testsatz“:

• Reinform von D3 (Cholecalciferol) als Pulver – z.B. von PE oder KlösterlApotheke

• Ölige Form von Vitamin D (z.B. Vigantol Oel®)

• Verschiedene Formen von reinem Calcium: citrate, aspartate, gluconate, Calcium MCHA

• Kombinationsprodukte wie +CAL+® von PE oder Oscap® von Thorne

• Verschiedene Formen von reinem Zink, Kupfer, Kalium, Magnesium und Selen

• Gereinigter Lebertran

• Reines Vitamin A (z.B. PE)

  1. Zur Testung konzentriert man sich dann auf einige wenige Muskeln, die idealerweise einen möglichst engen Bezug zur klinischen Fragestellung haben. Bei schwer behinderten Kindern mit Cerebralparese
    muss per Surrogat getestet werden. Wir challengen immer die spa stischen Muskeln oder die eingeschränkten Bewegungsfunktionen –was immer am auffälligsten und gleichzeitig einfach und reproduzierbar zu testen ist. Als Challenge (CH) verwenden wir einen schnellen, leichten dynamischen CH gegen die Spastik oder Bewegungseinschränkung, wobei grundsätzlich Schmerz zu vermeiden ist.
  2. Nun folgt ein oraler CH mit Vitamin D gegen jede Schwäche bzw. jeden Hypertonus, der vorher gefunden wurde. Ziel ist das Finden des NC (Normotoner CH).
    Wenn keine der Formen von Vitamin D dazu in der Lage ist, belassen wir D im Mund und ergänzen Calcium – immer auf der Suche nach dem NC!
    Wenn das immer noch nicht funktioniert, werden zusätzlich die anderen Substanzen aus dem o.g. „Vitamin D-Testsatz“ getestet. Wir haben bei den jugendlichen Patienten häufig relativ massive Defizite an Mineralstoffen, Spurenelementen, oft zusammen mit einem mäßigen Vitamin A-Mangel, gefunden.
    Bedenke: Lebertran ist eines der ganz wenigen Lebensmittel mit den Vitaminen A + D!
    Unsere Erfahrung in mehr als 150 Fällen von Cerebralparese hat gezeigt, dass jeder einzelne Fall auf Vitamin D gut angesprochen hat – meist aber nicht auf D alleine!
  1. Die verwendete Testmethode wird als synergistisch/antagonistische Testung bezeichnet (Kursunterlagen IMAK und AKSE).
    Wenn man zwei orthomolekulare Substanzen (A und B) mit engen wechselseitigen Interaktionen hat, so gibt es tatsächlich mehrere Möglichkeiten der kombinierten Testung:

• Wenn A als NC testet, so kann man sofort B hinzugeben. Bleibt der Patient normoton, so wird das mit dem Ausdruck „en bloc“ bezeichnet. B ist also verträglich und kann dazu gegeben werden, wenn es klinisch Sinn macht – wie z.B. Calcium mit Vitamin D. Aber: nur auf Grund der AK-Testung kann
man nicht sagen, dass der Patient einen wirklichen Bedarf an B hat!

• Wenn A nicht als NC testet, so kann man trotzdem sofort B hinzugeben. Wird der Patient normoton (NC), so kann man daraus schliessen, dass B eine (der) wichtige(n) Substanz(en) für den Patienten ist – und dass A verträglich ist.

• Wenn A schwächt oder hyperton macht (W, SC oder HC), kann man wiederum B hinzugeben. Wenn es als NC testet, ist B sehr wichtig für den Patienten, während A entweder als unverträglich einzustufen ist oder in der Dosis relativ zu B reduziert werden muss!

Diese letzte Variante kann fast bei jedem Patienten beobachtet werden, wenn man im Lauf von einigen Wochen zunehmend die Dosis erhöht. Es ist zu vergleichen mit Treppensteigen – meist geht man
abwechselnd Schritt für Schritt, manchmal muss man mit einem Bein zwei Stufen auf einmal nehmen und manchmal kann man mit beiden Beinen gleichzeitig springen!

Natürlich sollte man nie vergessen, dass eine Schwäche bzw. ein Hypertonus durch A oder B auch bedeuten kann, dass schlicht und einfach eine Unverträglichkeit vorliegt.

Dies kommt relativ häufig bei Mineralstoffpräparaten vor, und man muss dann nach einer anderen Bindungsform des Minerals suchen. Deshalb haben wir je vier verschiedene Formen von Calcium, Magnesium, Kupfer und Zink im Testsatz!

Weitere Beispiele für synergistisch/antagonistische Partner:

  • Kupfer und Zink – Kupfer und Eisen – B12 und Folsäure
  • Vitamin A und D etc. – CoQ10, C und E – B6 und B3
  • Vitamin F und D

Wichtig: wenn ein Mangel irgendeiner bestimmten Substanz (z.B. Vitamin A) per Labor festgestellt wurde, dann ist die Verträglichkeit des in Frage kommenden Substitutionspräparates im AK-Test ausreichend – d.h. die Substanz bzw. das Präparat muss nicht unbedingt NC testen!

Die Wichtigkeit der antagonistisch/synergistischen AK-Testung kann gerade für den Vitamin D-Metabolismus nicht überbetont werden. Bei praktisch allen Patienten war zu beobachten, dass Vitamin D nach einigen Wochen hochdosierter Therapie nicht mehr als NC testete – selbst wenn das bei der ersten Testung perfekt der Fall war. Aber: mit dem richtigen Co-Faktor war das immer in den NC auszugleichen!
Das bedeutet: alle diese Behandlungen wären falsch gelaufen, wenn wir gemäß der „guten alten AK“ vorgegangen wären (stoppe die Therapie, wenn das Produkt nicht mehr einen schwachen Muskel stärkt!)

  1. Die Behandlung beginnt meist mit Tagesdosen von 1500 – 2000 I.E. Vitamin D zusammen mit 500 – 1000 mg elementarem Calcium. Am Ende des Ersttermins nehmen wir bei den schwierigeren Fällen Blut ab, um die Ausgangswerte von 25-D and 1,25-D, Mineralstoffen und Spurenelementen im Vollblut sowie zur Sicherheit auch die Serumwerte für Calcium und anorganisches Phosphat zu bestimmen. Beim zweiten Termin zwei bis drei Wochen später wird praktisch immer die Medikation verändert – je nach klinischem Verlauf und Laborbefunden. Das Ziel ist die optimal hohe Vitamin D-Dosierung herauszufinden, bei der es zur deutlichsten Verbesserung der Symptomatik kommt – und gleichzeitig alle übrigen Mangelzustände in den Normbereich auszugleichen. Bei der Beurteilung der Vollblut-MineralstoffAnalyse ist zu beachten, dass die Werte für Calcium und Kupfer häufig erhöht und nur selten erniedrigt sind – was aber immer noch für Mangelzustände in den Zielgeweben „Knochen“ und „Leber“ spricht! Die Erhöhung des Vitamin D erfolgt meist in 1000er-Schritten – aber
    immer AK-getestet und zusammen mit Calcium!

VITAMIN D, SCHULMEDIZIN, SONNENSCHUTZMITTEL UND GESUNDER MENSCHENVERSTAND

Bekanntlich hat Prof. Holick einen seiner Professorentitel (Dermatologie) verloren, weil er eine gemäßigte und intelligente Sonnenexposition und sogar UVB-Bräunungsgeräte in Verbindung mit Vitamin D und Calcium propagiert. Der wirkliche Grund aber ist ein anderer: er hat öffentlich erklärt und in seinem Buch dargelegt, warum der dauernde Gebrauch von Sonnenschutzmitteln dumm ist und wahrscheinlich sogar
das Melanomrisiko erhöht – und natürlich auch der ganzen anderen eingangs genannten Erkrankungen.

Warum? Sonnenschutzmittel mit Schutzfaktor 8 blockieren die körpereigene Vitamin D-Produktion um 97.5 % – und ab Faktor 15 sogar um 99.9%! (Holick, 2005)

Die dramatischsten Zahlen beziehen sich auf das Krebsrisiko: Grant (2002) hat statistisch nachgewiesen, dass – bezogen auf die USA alleine – eine vermehrte kluge Sonnenexposition 185 000 weniger an internen Krebsfällen und 30 000 weniger Tote bedeuten würde. Natürlich hört das die „Krebsindustrie“ nicht gerne!

Ein weiteres wichtiges Detail in seinem Buch ist die Tatsache, dass ACEHemmer eine – patentierbare! – Abwandlung von Vitamin D sind, was auf mehr als 40 Jahre alten Forschungsergebnissen beruht, dass Vitamin D blutdrucksenkend wirkt!

Natürlich hört das die „Kardiovaskuläre Industrie“ nicht gerne!

Andererseits haben einige Urologiezentren begonnen, Vitamin D als zusätzliches Behandlungsinstrument bei Prostata-Carcinom einzusetzen! Diese Liste ließe sich immer weiter fortsetzen, aber letztlich bedeutet all das nur die Rückkehr zum gesunden Menschenverstand: optimale und intelligente Sonnenexposition war schon immer ein natürliches Heilmittel. Warum sollte sich das geändert haben?

Natürlich hat sich gar nichts geändert! Also: wenden Sie dieses neue Wissen in der Praxis an! Kombinieren Sie gute AK-Testung mit den nötigen Laboruntersuchungen – und:

You´ll Be Better! (Goodheart, ?) – … und natürlich auch die Patienten!

ZUSAMMENFASSUNG

Ich möchte zuerst davor warnen, die Vitamin D-Therapie ohne Laborkontrollen durchzuführen. Während es sicher harmlos ist, sich individuell dosiert – wie von Holick empfohlen – etwas mehr Sonne und z.B. 1000 I.E. Vitamin D täglich zu gönnen, braucht man bei der Behandlung schwererer Erkrankungen wesentlich höhere Dosen von Vitamin D und Calcium und idealerweise noch andere orthomolekulare Faktoren.

Dies ist vergleichbar mit Manueller Medizin: während die Empfehlung für bessere Haltung, mehr Bewegung, und einfache manuelle Therapiemaßnahmen sicher ohne Röntgenuntersuchungen durchzuführen sind, geht das bei ernsthafteren und chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates sicher nicht.

Das Minimum zur Absicherung ist Serum-Calcium; das Optimum ist sicher ein Screening aller wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente zusammen mit den beiden Formen von Vitamin D (25-D und 1,25-D)
und eventuell noch PTH – zumindest zu Beginn der Therapie.

Danach ist dann die Sonnenexposition und die Vitamin D-Dosierung so zu wählen, dass optimal hohe Werte für 25-D und niedrige Normalwerte für 1,25-D und ggf. PTH erreicht werden.

„…Vitamin D ist zu einem so wichtigen und notwendigen Hormon geworden – praktisch zu einem Indikator für die gesamte Gesundheit und das Wohlbefinden. Es muss deshalb unser Bestreben sein, einen optimalen Vitamin D-Status – also 25-D-Werte von 75-125 nmol/l – zu erhalten. Der Ausschluss von Vitamin D-Mangel durch die Messung des 25-D-Wertes sollte Teil der normalen ärztlichen Jahresuntersuchung sein“ (Holick, 2005).

LITERATUR

AK Orthomolekulare Medizin (200?). Kursunterlagen IMAK und AKSE.
Chen TC, Holick MF (2003) Vitamin D and prostate cancer prevention and treatment. Trends Endocrinol Metab; 14:423-30
Gerz W, Baier-Wolf U, Bayer W (2001) Vitamin D und Calcium in hohen Dosen –
ein vielversprechender Therapieansatz. Vortrag 2001; AKSE Verlag, Wörthsee
Goodheart GJ (?) You’ll Be Better. AK Printing, Geneva, Ohio 44041
Grant WB (2002) An estimate of premature cancer mortality in the U.S. due to
inadequate doses of solar UVB radiation. Cancer, 94:1867-75
Herzog Muethen SI (1999) Mein Kind war Spastiker. David Verlag, Muenster
Herzog Muethen SI (2004) Vermeidbare Spastik – Vermeidbare Kinderkrankheiten. David Verlag, Münster
Holick MF (2004a) Sunlight and vitamin D for bone health and prevention of
autoimmune diseases, cancers and cardiovascular disease. AM J CLIN NUTR;
80(SUPPL):1678S-88S
Holick MF (2004b) Vitamin D: importance in the prevention of cancers, type 1
diabetes, heart disease,and osteoporosis; AM J CLIN NUTR;79:362-71
Holick MF., Jenkins M (2004) The UV Advantage. Ibooks, New York
Holick MF., Jenkins M (2005) Schützendes Sonnenlicht. Die heilsamen Kräfte
der Sonne. Haug, Stuttgart 2005
Vieth R et al. (2001) Efficacy and safety of vitamin D3 intake exceeding the lowest observed adverse effect level. Am.J.Clin.Nutr. 73, 288-294
Wright JV (2001) Nutrition & Healing, Clinical Tip 88, May 2001; Agora, Inc., Baltimore

Wolfgang Gerz, Arzt, Diplomate ICAK-D, Sonnenlängstr. 2, 81369 München, Tel. 089-7809331, Fax: 089-78019198, wolfgang@akse.de

Wolfgang Gerz BACHBLÜTEN UND AK

Einer der einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Zugänge zur dritten Seite des Dreiecks sind Bachblüten. Die Auswahlmöglichkeiten zum Finden der „richtigen“ Blüte(n) korrelieren mit der Zahl der Autoren. Meinen Wissensstand in Bezug auf die Auswahl der Blüten und Testung mit AK habe ich im entsprechenden Kapitel meines Lehrbuchs dargelegt.

Aber: die AK schreitet fort – und deshalb freut es mich besonders, dass wir für dieses Jahrbuch zwei Artikel von erfahrenen und erfolgreichen Bachblüten-Behandlern bekommen haben: Elfi Oswald, Margit RiedlHohenberger und ihrem Mann Dietmar!

Die beiden Methoden differieren deutlich, aber genau das ist das Interessante: jede(r) kann nun in der Praxis herausfinden, was einfacher und wirksamer ist.

Ich habe Elfi und Dietmar gebeten, Ihre Ansätze so klar darzulegen, dass alle Mitglieder es mit Hahnemann halten können, wenn sie wollen: „Mach´s nach – aber mach´s genau nach“ – … und berichte uns dann darüber!!!

„Wer heilt, hat recht“ – dieses oberste Gebot gilt immer. Der Wert der verwendeten Methodik für Diagnose und Therapie ist aber erst dann zu beurteilen, wenn auch andere Untersucher die Vorgehensweise erfolgreich anwenden können.

In diesem Sinn bedanke ich mich für die beiden nachfolgenden Artikel und wünsche gutes Gelingen beim Überprüfen!

Elfi Oswald BACHBLÜTEN-THERAPIE, MERIDIANSYSTEM UND AK

Mit der Bachblüten-Therapie können wir auf elegante Art und Weise der mentalen Seite der „Triad of Health“ gerecht werden. Elegant deshalb, weil wir damit dem Patienten ein Heilmittel bieten, das sanft, tief und gemäß seinem persönlichen Rhythmus wirkt. Die Bachblüten sind „ein Angebot an die Seele“, das der Patient annehmen oder auch ignorieren kann. D.h. er wird zu keinem Zeitpunkt manipuliert und ist selbst Herr seiner Entscheidungen. Durch die richtig gewählten Bachblüten gelingt es dem Patienten, seinen Focus zu verändern, damit eigene Bedürfnisse besser zu erkennen und daraus folgend die entsprechenden Veränderungen einzuleiten.

Elegant auch deshalb, weil wir nicht in der Psyche des Patienten „herumstochern“ müssen. Viele Patienten sind nicht einmal bereit bzw. in der Lage, sich in ein therapeutisches Gespräch einzulassen. Über AK und das Meridiansystem können wir aber schnell und diskret zur entscheidenden Unterstützung kommen.

Jeder, der den Kurs AKMT 1 gemacht hat bzw. sich mit TCM beschäftigt, weiß, dass den einzelnen Elementen bestimmte Organ-Regelkreise zugeordnet sind. Jedem Organ-Regelkreis bzw. jedem Element sind in der TCM typische Emotionen zugeordnet.

Beim Gesunden sind diese Gefühle im ausgeglichenen Zustand und unterstützen damit den Menschen bei seiner persönlichen Entwicklung. Im Krankheitsfall erleben wir oft diese Gefühle nur einseitig von der „negativen“ Seite. Damit kommen wir immer tiefer in den Teufelskreis der Symptome. Ob gar der Gemütszustand im unausgeglichenen Zustand die körperliche Krankheit hervorruft oder ob der Patient durch körperliche Symptome auch seine Emotionen nur einseitig belastend erlebt, bleibt der Sichtweise des einzelnen Therapeuten überlassen.

Dr. Bach jedenfalls war der Meinung: „Zuerst werden unsere Gedanken krank, dann unsere Gefühle und zuletzt unser Körper.“

Ich habe nun ein Konzept entwickelt und die verschiedenen Bachblüten gemäß ihrer Wirkungsweise den unausgeglichenen Emotionen der verschiedenen Elemente zugeordnet. Damit hat jeder Ak’ler einen einfachen Zugang zur Bachblüten-Therapie, auch wenn er sich mit den einzelnen Mitteln nicht sehr gut auskennt.

Um ein Beispiel zu nehmen und zu zeigen, wie breit das Spektrum der Zusammenhänge ist, greife ich mal das Wasser-Element heraus:

Das Wasser-Element ist Niere und Blase zugeordnet, betrifft die Knochen – der unausgeglichene emotionale Zustand ist Angst.

Ängste können aber ganz unterschiedlicher Natur sein (siehe nachfolgende Aufstellung der Zuordnungen). Die sog. „Angst-Mittel“, die ich dem Wasser-Element zugeordnet habe, treffen für ganz unterschiedliche Charaktere zu. Deshalb ist es natürlich wichtig zu testen, welches der Angstmittel das richtige für den Patienten ist. Wer die Mittelbilder gut kennt, kann dann aufgrund des gut getesteten Mittels natürlich tiefere Schlüsse daraus ziehen und mit einem einfühlsamen Gespräch dem Patienten zusätzliche Unterstützung geben.

Mit dem AK-Test gibt es verschiedene Zugangsmöglichkeiten. Bleiben wir beim Wasser-Element:

Muskel: Iliopsoas, Tibialis anterior

Symptomatik z.B. alles was Knochen betrifft wie auch Osteoporose, Parodontitis, die Zähne allgemein, speziell die Frontzähne. Es kann natürlich gemäß Anamnese auch mit anderen Indikator-Muskeln getestet werden. Damit meine ich, dass wir ja idealerweise mit der Eingangsuntersuchung einen allgemeinen Muskelstatus erheben. Wir können dann, was für den Patienten vermutlich angenehmer ist, auch z.B. mit dem Rectus weitertesten.

Als krankmachende Emotionen im Wasser-Element stehen die Ängste im Hintergrund. Auch „Schiss-haben“ hat mit Angst zu tun und so sollte man auch bei Darmproblemen daran denken, obwohl Dünndarm (Bezug Rectus s.o.) dem Feuerelement und Milz/Pankreas (in der TCM sehr wichtig für die Verwertung der Nahrung) dem Erdelement zugeordnet sind. Möglicherweise testen z.B. bei Durchfall Bachblüten aus diesen drei Elementen gut.

Zurück zum Wasser-Element: wenn wir ein Mittel aus der Gruppe der Angst-Mittel gefunden haben, evtl. ergänzt mit anderen Blüten, dann sollte nicht nur der Iliopsoas normoton testen, sondern optimalerweise
alle Muskelbefunde Normotonus aufweisen. Achtung: da die AngstMittel so unterschiedlicher Natur sind, ist es höchst unwahrscheinlich, dass mehrere Angst-Mittel gleichzeitig gut testen. Man sollte dann wirklich genau den Hintergrund und die symptomauslösenden Momente durchleuchten. Testen mehr als zwei Mittel aus einem Element gut, ist unbedingt an Switching zu denken! Bei Verdacht auf Switching als erstes Scleranthus testen (siehe am Ende der Zuordnungsaufstellung)!

Die folgenden Fallbeispiele sollen die unterschiedlichen Vorgehensweisen für eine zusätzliche Bachblütenbehandlung erklären.

  1. Organbezogen, d.h. der Patient kommt mit bestimmten organischen Problemen. Wir testen die Muskeln, die für das Beschwerdebild relevant sind und kommen somit zum entscheidenden Element.
  2. Nach Gefühlslage, denn jeder Wandlungsphase sind bestimmte Emotionen in ausgeglichenem und beim Kranken in unausgeglichenem Zustand zugeordnet. Das würde bedeuten: wenn z.B. der Patient berichtet, dass er ständig am Grübeln ist, würden wir an Erdelement denken und als erstes Latissimus und PMC testen.
  3. Nach Typologie, d. h. nach Betrachtung des Patienten, denn das Element, in dem der Patient verhaftet ist, präsentiert sich auch in Gesichtsausdruck, Haltung, Bewegung, Verhalten usw. Dazu ist als leichte Lektüre von Antonius Pollmann „Fünf Wandlungsphasen in fünf Streichen“ aus dem Haug-Verlag zu empfehlen.

Zugang für den AK-Therapeuten

Erdelement = Magen- und Milz/Pankreas = PMC und Latissimus
Metallelement = Lunge und Dickdarm = Deltoideus und TFL
Wasserelement = Niere und Blase = Iliopsoas und Tib.ant.
Holzelement = Leber und Gallenblase = PMS und Popliteus

Das Feuerelement ist komplexer. Hier ist neben Dünndarm (Rectus) auch Herz (teste ich nicht für Bachblüten) und der Funktionskreis von Dreifach-Erwärmer und Kreislauf-Sexualität enthalten.

Bei generalisiertem Hypertonus (GHT) hilft es oft, einfach mal die Blüten aus dem Feuer-Element zu testen!

Beispiel zu 1.

A: Eine 62-jährige Patientin kommt mit Magenschmerzen in die Praxis. Sie ist eine ehemalige Sportlehrerin und wird bereits wegen u. a. unklaren chron. Polyarthralgien, Narbenstörfeldern und Nahrugsmittelunverträglichkeiten behandelt. U: h: Latissimus bds., PMS bds. und PMC bds und auch äußerst schmerzhaft! NC durch Basenpulver und ein homöopathisches Medikament.

Zusätzlich zu dieser Therapie dachte ich an Bachblüten, besonders vor dem Hintergrund der Grunderkrankung (Polyarthralgien). Für ein therapeutisches Gespräch zeigte sich die Patientin schon bei früheren Termin nicht aufgeschlossen. Angesprochen auf den Hintergrund ihrer rezidivierenden Beschwerden, reagierte sie stets nur mit einem „Abwinken“. Bachblüten würde sie aber schon nehmen, „wenn sie was helfen“, wie sie skeptisch meinte

Ich testete nun die Mittel aus dem Erdelement (wg. Magenschmerz) und kam zu folgendem Ergebnis: NC durch Red Chestnut, White Chestnut und Cerato. Centaury habe ich gar nicht getestet, da dieses Mittel nicht zur Charakteristik der Patientin paßt. NC auch durch Mustard. Dieses Mittel testete ich zusätzlich zum „Erdelement“, da die Patientin immer wieder in eine sehr hoffnungslose Grundstimmung rutscht. Diese 4 Mittel testeten auch zusammen gut. Das Faszinierende war nicht nur der Normotonus, sondern die absolute Schmerzfreiheit beim Muskeltest. Die Patientin war so verblüfft und konnte es gar nicht glauben, so daß sie wiederholt sagte: „Machen Sie den Test nochmal, das gibt`s doch gar nicht, daß ich mit den Fläschchen in der Hand keine Schmerzen mehr habe.“ Damit war natürlich ihre Compliance erhöht, was die weitere Behandlung positiv beeinflußte.

Beispiel zu 2.

Ein Patient kam ein paar Wochen nach einer erfolgreichen Candida-Behandlung in die Praxis. Da er die Sache (als Perfektionist) besonders gut machen wollte, hat er selbst nach der Pilzbehandlung eine MAD (Milde Ableitungsdiät) durchgeführt, was ihm nach seinen Ausagen auch gut tat. Aber nun leidet er unter
Angstzuständen, dass er durch die Diäten einen schwerwiegenden Vitamin- und Mineralstoffmangel haben könnte. Seine Gedanken kreisen ständig um dieses Thema und „machen mich fertig“. Als „gestandenes Mannsbild“, wie man in Bayern sagt, hätte er noch niemals vorher Angstattacken gehabt. Auch eine Laboruntersuchung und Substitution zur Optimierung der Mineralstoffe konnten ihn
nicht beruhigen.

Aufgrund der Angst testete ich die Mittel aus dem Wasser-Element über einen schwachen Iliopsoas (Occiput durch Test ausgeschlossen) und fand als NC durch Aspen und Oak. Wegen des Perfektionismus (Feuerelement) testete ich Crab Apple gut und das „Gedankenkarussell“ ist klassisch nach Bachblüten-Therapie White Chestnut. Alle 4 Mittel testeten zusammen auch gut und beeinflußten ebenfalls ein schmerzhaftes Arm-Schulter-Syndrom günstig. Dieses wurde natürlich zusätzlich behandelt und zwar in diesem Fall manuell und mit Neuraltherapie.

Beispiel zu 3.

Ein Kollege meinte bei einem privaten Essen erwartungsvoll, „Du solltest einmal für meine Frau Bachblüten mischen, die hat’s sehr nötig.“ Die Reaktion der Partnerin war volle Entrüstung, sie doch nicht! Damit signalisiert sie „keine Gesprächsbereitschaft“ und verständlicherweise schon gar nicht vor der Gruppe. Aber: Leistungsdruck für den Bachblüten-Therapeuten. In der täglichen Praxis ist es nicht selten, daß der Patient sich nicht zu einem guten diagnostischen Gespräch öffnen kann. Das ändert sich allerdings oft schlagartig, wenn sich nach einer Erstverordnung die Wirkung gezeigt hat. Dann hat der Patient Vertrauen gefaßt und möchte gerne weiter gestützt werden. In dem vorliegenden Fall konnte ich die Dame durch kurze Betrachtung leicht dem Erdelement zuordnen. Auf meine Frage bestätigte sie auch Ödembildung, besonders morgens unter den Augen und Antriebslosigkeit (Schwere, Unbeweglichkeit)

U: h: PMC bds., w: Latissimus bds.. NC: Red Chestnut und Centaury, zusammen.

Die Bachblütenmischung wurde von ihr bereitwillig genommen. Kurz darauf kam die Frau als Patientin und brachte die Energie auf, eine festgestellte Candida-Belastung mit einer Diät erfolgreich zu behandeln. Die damit verbundene Gewichtsabnahme brachte ihr noch zusätzlichen Elan.

Beispiel zu Hypertonuns und Switching

Eine ältere Patientin mit multipelsten Diagnosen und Unverträglichkeiten kam zur Testung von Zahnmaterialien in die Praxis.
U: GHT NC Rock Rose, aber Switching Nabel-Ni 27 li.! NC Scleranthus.

Der Zahnmaterialientest konnte mit Rock Rose und Scleranthus durchgeführt werden. Die diffizile Patientin war erstaunt, wie zügig der Test nun erfolgen konnte. Das erzielte Testergebnis konnte auch bei späterer wiederholter Provokation bestätigt werden.

Um die Patienten weiterführend betreuen zu können, ist aber letztlich eine gute Kenntnis der Bachblüten-Mittelbilder unabdingbar. Eine Bachblüten-Behandlung ist ein Prozess und es ist wesentlich, die Entwicklung und Hintergründe zu erkennen. Die Themen der gut getesteten Blüten geben Hinweis auf die evtl. Folgemittel und damit auf die ursächliche Problematik.

Wer neugierig geworden ist und die Bachblüten gerne genauer in einem Kurs kennenlernen möchte, kann sich gerne an mich wenden.

Elfi Oswald • Heilpraktikerin Münchner Str. 45, 82131 München, Tel. 089-89336766, info@elfi-oswald.de

ZUORDNUNG DER BACHBLÜTEN NACH DEN FÜNF ELEMENTEN

BACHBLÜTEN

Wolfgang Gerz NEUES ZUM THEMA HISTAMIN

Es ist nicht immer Histamin – aber öfter als man denkt!

Insbesondere im Bereich des Histaminstoffwechsels haben sich in den letzten Jahren – vor allem bedingt durch die Arbeiten von Jarisch – immer wieder neue Erkenntnisse ergeben, die auch die AK-Testung entsprechend beeinflusst haben.

Im MJAK 23/2005 wurde von Eugen Burtscher zum Thema Histamin Stellung genommen und ich möchte hier weiter eigene Gedanken vorstellen, nachdem mich Eugen hierzu aufgefordert hat.

Zum medizinischen Grundlagenwissen gehört es, dass letztlich alle allergischen Reaktionen, insbesondere aber die im HNO- und Bronchialbereich, irgendwo in der chemischen Reaktionskette Histamin als Schlüsselsubstanz haben.

Klartext: Eine allergische asthmatische Reaktion oder die typischen Heuschnupfensymptome ohne Histamin sind nicht denkbar.

Es gibt aber Patienten, bei denen die oberflächliche AK-Testung keinerlei Hinweis auf Histamin hergibt. Was ist die Lösung?

Hierzu zwei Patientenbeispiele

  1. S.C., w, 39 J

A: Durchblutungsstörungen mit Schwindel, kalte Füße, stark wechselnder Blutdruck, Schlafstörungen, Nervosität, depressive Verstimmungen, Erschöpfung, PMS mit erhöhter Aggressivität vor der Periode, MagenDarm-Probleme, große Empfindlichkeit auf Hormone mit starker Akne auf Pilleneinnahme.

Med: Doppelherz 2 x 1, Magnesium verla 3 x 40 mg Dragees; Jatrosan
(MAO-Hemmer)
U: h: Piriformis bds, w: Teres minor bds
SC/HC: SMK

Anmerkung: dies ist natürlich eine Art von Switching – die hypertonen Muskeln
werden schwach und gleichzeitig die schwachen hyperton!

Ø: HMK!! – aber: bei nochmaliger Nachfrage wegen der vielen Histamin-Symptome in der Anamnese gibt die Patientin Heuschnupfen mit bekannter Gräserallergie an!

Angesichts der AK-Testung und der Anamnese wurde nun neben verschiedenen anderen Laboruntersuchungen auch ein DMPS-Test durchgeführt, der nach 30´ folgendes Ergebnis brachte:
n: Piriformis re., alle anderen Muskeln hyperton (Teres minor bds, Rectus bds, Piriformis li., TFL bds) URS: nach Entfernen des Eherings am 4. Finger re. und der Ohrringe kompletter Hypertonus.
Aber jetzt: SC: HMK! – jedoch nicht für alle Muskeln, denn keinerlei Reaktion am Piriformis bds!
NC für alles: Amphomoronal Suspension!

Wie ist das nun zu bewerten?

Offensichtlich besteht bei der Patientin eine tiefe Switching-Problematik, die wie so häufig primär die Regulation im Feuerelement betrifft, was wir u. a. an den auffälligen Befunden der Testmuskeln Teres minor und Piriformis sehen. Nach Gabe von DMPS und Entfernen von URS zeigt sich dann relative indeutig die Reaktion auf die Histamin Mini-KUF-Reihe(HMK).

2. F. D., w, 36 J

A: Seit ca. fünf Jahren Schwindel, Neuralgien, Sehstörungen, Lichtscheu, Gelenkschmerzen,Galleschmerzen, generelles Schwächegefühl, Kältesensationenauf verschiedene Nahrungsmittel, elektrosensibel, große Empfindlichkeit auf Gerüche aller Art, Tinnitus re – alles ist rechts! Seit einem Jahr alleBeschwerden nach Amalgamsanierung extrem stärker. Entfernt wurden
16 Amalgamfüllungen, danach insgesamt vier DMPS-Injektionen

Erbliche rheumatische Belastung, 1997 erhöhte Rheumawerte! Rektale Temperatur am Vortag 36,8.
U: GHT bei völlig freier Beweglichkeit aller oberen und unteren Extremitäten bds. Keinerlei Schmerz bei den Muskeltests.
Ø: SMK, TMJ-Screening
SC: HMK – aber keinerlei Reaktion auf die Einzelampullen Histamin 5,
6, 8, 10, 12, 15, 30, 60, 100 und 200!!!

Da ich dieses Ergebnis noch nie gesehen hatte, testete ich und zusätzlich separat eine Mitarbeiterin nochmals nach – mit gleichem Ergebnis:

SC sowohl auf die ganze Mini-KUF-Reihe von Histamin (HMK), als
auch die alte KUF-Reihe von Histamin!

Ausnahmsweise testeten wir dann auch noch andere „Histamin-Homöophatika“ zusätzlich zu den üblichen orthomolekularen Mitteln:
Ø: Histidinum KUF-Reihe, Histamin Injeel, P5P, Kupferorotat, B12/
Folsäure, Thyreogland, Lugol, B-Complex.

NC ausser Pirifomis li. und Teres minor bds: Copper glyc.
NC für alles: Buffered C.

Das verblüffende an diesem Fall war also letztlich die Tatsache, dass nur die beiden Potenzreihen von Histamin getestet haben, aber nicht irgendeine der Einzelpotenzen und auch nicht das Histamin Injeel, in dem ja mehrere Potenzen von Histamin in einer Ampulle zusammen sind.
Die Tatsache des NC durch Copper glycinate, aber v.a. durch Buffered C
passt letztlich zur Diagnose Histamin-Intoleranz!

Diskussion

Wir sollten in der AK noch vorsichtiger sein mit der Diagnose Histamin-assoziierter Probleme und uns keinesfalls nur auf die AK-Testung von Einzelampullen wie Histamin D12 oder auch der Mini-KUF-Reihe verlassen. Entscheidend ist v.a. die Anamnese!!!!!

Es ist nicht immer Histamin – aber immer öfter!!!

Wolfgang Gerz • Arzt, Diplomate ICAK-D
Sonnenlängstr. 2, 81369 München, Tel. 089-7809331, Fax: 089-78019198
wolfgang@akse.de

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International College of Applied Kinesiology Deutschland

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