Klaus Wührer VORSICHT SWITCHING: STÖRFELD NABEL

Switching ist ein altbekanntes Problem in der Praxis – für viele leider nur Theorie. An Switching ist immer dann zu denken, wenn sich trotz Therapie lege artis keine Verbesserung einstellt.

Deshalb möchte ich kurz einen Fall vorstellen, der die Switching-Thematik nochmals verdeutlicht:

ANAMNESE: Der Patient L.J., m., 29 J , bat im September 2003 im Zuge einer physiotherapeutischen Therapie den Osteopathen, „kurz mal auf seine linke Leiste zu schauen“, da diese beim Laufen etwas schmerzte. Der Osteopath mobilisierte das Sigmoid des Patienten und der Leistenschmerz war weg. ABER: am nächsten Tag kam der Patient fast nicht aus dem Bett, da er massive Schmerzen im Unterbauch bds mit ausstrahlenden Schmerzen in beide Leisten hatte. Diese Schmerzen, die der Patient auch beim Gehen verspürte, waren auch vom Internisten mit Labor bzw. Darmspiegelung nicht zu erklären.

16.01.04 ERSTUNTERSUCHUNG: Mit diesen Dauerschmerzen im Unterbauch und in den Leisten stellte sich der Patient bei mir vor:

Der Patient hatte keine Allergien, Panorama-Aufnahme zeigte keine verdächtigen Zähne, einzige Narbe war ein Verriegelungsnagelung am linken Unterschenkel nach Tibiafraktur 2002, keine Vorerkrankungen oder sonstige Beschwerden.

U: Generelle Schwäche, Situp war für den Patienten durch den Unterbauch- und Leistenschmerz nicht möglich. Normoton und deutliche Schmerzreduktion mit Histamin D6, ebenso auf Calciumcitrat und Gb
43 re, Gb 41 re, Le 3 re, Di 3 li.

Nach der Akupunktur war der Schmerz sofort um ca 50 % reduziert und der Patient konnte wieder einen Situp machen, der Schmerz war erträglich.

Erstdiagnose: Histamin-Intoleranz.

Therapie: Akupunktur s.o., Calciumcitrat Pulver 2×1000 mg/Tag, Histaminarme Diät.

06.02.04 NACHUNTERSUCHUNG: Patient berichtete von einer Erstverschlechterung für ca. 2 Tage, die mich als Nicht-Homöopath sehr stört, v.a. da sich die Schmerzen wieder auf das alte Maß einpendelten.
Diese „Erstverschlechterung“ und die Sigmoid-Behandlung waren „Paradoxe Reaktionen“ (kurzfristige Verbesserung gefolgt von deutlicher Verschlechterung über Tage) wie man sie in der Neuraltherapie beschreibt und ein deutlicher Hinweis auf ein Störfeld bzw. Switching.

Deshalb alle Switching-Antennen auf Empfang!

bds, U: w Rectus wobei der Unterbauchschmerz durch den Test provoziert wurde. Die schrägen und geraden Bauchmuskeln waren schmerzbedingt nicht zu testen. Alle anderen Muskeln waren normoton. Situp war schmerzbedingt nicht möglich.
Ich testete mit normotonem Piriformis alle Switching Punkte vom Nabel bis hin zu Ni 27 bds cross, aber der Piriformis blieb normoton.

Also doch kein Switching?

Die Klinik des Patienten deutete aber klar auf Switching hin.

Dann testete ich bei dem Rechtshänder Nabel + Dü3v re und der Piriformis wurde schwach, ebenso bei Nabel + Lu7v li. Switching gefunden!!! Dü 3v re bzw. Lu 7v li bzw. Nabel alleine zeigten jeweils keine
Reaktion. Erst mit Hilfe der Kardinalpunkte Dü 3v an der dominanten Hand für das Lenkergefäß und Lu 7v an der nichtdominanten Hand für das Konzeptionsgefäß stabilisierte sich das Akupunktursystem so, dass
man den Nabel als Störfeld finden konnte.

Der Nabel musste als Narbe das Störfeld sein, das gleichzeitig bei TL ein Switching auslöst. Sonst wäre ja die alleinige TL bzw. Challange zum Nabel positiv gewesen.
Die Schwäche TL Nabel + Dü 3v re konnte mit Lidocain 1% aufgehoben werden.

Zweitdiagnose: Störfeldbedingtes Switching über die Narbe Nabel.

Therapie: Neuraltherapie zum Nabel mit Lidocain 1%

Sofort nach der Neuraltherapie zum Nabel war der Situp schmerzfrei möglich, alle Muskeln normoton und schmerzfrei, auch die geraden und schrägen Bauchmuskeln. Sekundenphänomen! Der Schmerz trat bis dato nicht mehr auf.

INTERPRETATION: Durch die osteopatische Therapie im September 2003 wurde das StörfeldNabel aktiviert, und störte massiv die Bauchmuskulatur, deren Ansätze an der Symphyse extrem schmerzhaft reagierten.

Die ungewollten Verschlechterungen, d.h. die „Paradoxen Reaktionen“ waren sehr deutliche Hinweise auf ein Switching. Und man sieht, die Suche nach der Ursache des Switching loht sich!!! Also Antennen hoch.

EMPFOHLENE LITERATUR

Burtscher E, Eppler-Tschiedel M, Gerz W, Suntinger A (2001) AK-Meridiantherapie – AKMT, AKSE Verlag, Wörthsee
Burtscher E (2003) Die TL ist nicht alles, MJAK 17. Ausgabe
Gerz W. (1999) Switching, Stress, Muskulärer Hypertonus, 3E und KS, LG und
KG, AKSE Verlag Wörthsee
Gerz W (2001) Lehrbuch der Applied Kinesiology, 2. Auflage, AKSE Verlag,
Wörthsee
Meierhöfer R (2003) Der Nabel – ein übersehenes Störfeld? MJAK 18. Ausgabe

Klaus Wührer • Heilpraktiker
Waldhauser Feld 10, 84359 Simbach am Inn
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